Sammelkalender Juni

Sammelkalender Juni

Welche Wildkräuter Du jetzt sammeln kannst und wie sie Deine Gesundheit im Frühsommer unterstützen

Der Juni ist kein Übergang mehr. Er ist Hochphase. Alles, was im April zaghaft begonnen und im Mai Fahrt aufgenommen hat, steht jetzt in voller Ausprägung. Blüten, Düfte, Bitterstoffe, ätherische Öle – der Juni ist der Monat, in dem Pflanzen ihre größte Ausdruckskraft erreichen.

Und genau hier verändert sich auch unser Umgang mit Pflanzen.

Wir sammeln im Juni nicht mehr nur, um aufzufüllen. Wir sammeln, um gezielt zu arbeiten.

Sammeln im Juni bedeutet bewusst dosieren

Viele Pflanzen stehen jetzt in voller Kraft. Das klingt erstmal gut, bedeutet aber auch: Weniger reicht oft aus. Ein paar Blüten, ein paar Blätter – mehr braucht es häufig gar nicht.

Wer im Juni sammelt wie im April, merkt schnell, dass es zu viel wird. Geschmacklich und auch in der Wirkung.

Warum der Juni so wirkstoffreich ist

Die meisten Pflanzen befinden sich jetzt in oder kurz vor der Blüte. In dieser Phase steigt die Konzentration an:

Das ist der Grund, warum viele Kräuter jetzt intensiver wirken als noch vor wenigen Wochen.

Sammelkalender Juni – diese Pflanzen kannst Du jetzt finden

Im Juni verschmelzen Wildkräuter und Gartenkräuter zu einem großen Ganzen. Hier findest Du einen vollständigen Überblick.

Klassische Sommerheilpflanzen

Schafgarbe steht jetzt in voller Blüte und wirkt krampflösend sowie verdauungsfördernd.

Johanniskraut beginnt nun zu blühen und wird traditionell bei nervöser Unruhe eingesetzt, mit bekannten Wechselwirkungen.

Kamille zeigt ihre Blüten und wirkt entzündungshemmend auf Haut und Schleimhäute.

Echtes Labkraut steht jetzt in voller Blüte und wird traditionell für Lymphsystem und Haut verwendet.

Spitzwegerich bleibt ein wichtiger Helfer für Atemwege und Haut.

Blütenpflanzen im Juni

Holunder kann je nach Standort noch gesammelt werden.

Linde beginnt zu blühen und wirkt schweißtreibend und beruhigend.

Rotklee liefert weiterhin Isoflavone.

Ringelblume zeigt erste kräftige Blüten und wird für Hautanwendungen genutzt.

Kornblume bringt farbige, mild wirkende Blüten.

Malve wirkt durch Schleimstoffe reizlindernd.

Gartenkräuter in Hochform

Lavendel beginnt zu blühen und wirkt beruhigend sowie leicht angstlösend durch seine ätherischen Öle.

Zitronenmelisse ist jetzt besonders aromatisch und wirkt entspannend sowie antiviral.

Minzen (Pfefferminze, Krause Minze und andere Arten) liefern Menthol und wirken krampflösend sowie kühlend.

Salbei ist voll entwickelt und wirkt antibakteriell und schweißhemmend.

Thymian enthält Thymol und wirkt stark antimikrobiell.

Rosmarin regt Kreislauf und Verdauung an und enthält ätherische Öle mit antioxidativer Wirkung.

Oregano liefert Carvacrol und wirkt antimikrobiell.

Majoran ist milder als Oregano und wirkt entspannend auf den Verdauungstrakt.

Basilikum wirkt leicht krampflösend und bringt aromatische Frische in die Küche.

Flieder ist regional noch zu finden und wird vor allem kulinarisch genutzt.

Griechischer Bergtee wird traditionell bei Erkältungen und zur allgemeinen Stärkung eingesetzt und kann jetzt geerntet werden, wenn er im Garten wächst.

Immortelle entwickelt jetzt ihre aromatischen Blüten mit entzündungshemmenden und hautregenerierenden Eigenschaften.

Bitterstoffe und stoffwechselaktive Pflanzen

Beifuß ist jetzt deutlich ausgeprägt und unterstützt die Verdauung.

Wermut enthält sehr intensive Bitterstoffe und sollte nur vorsichtig eingesetzt werden.

Löwenzahn wird kräftiger und bitterer, bleibt aber relevant für Leber und Galle.

Wegwarte beginnt sich zu entwickeln und bringt starke Bitterstoffe mit.

Wildgemüse und frische Kräuter

Brennnessel kann weiterhin gesammelt werden, sollte jetzt aber jung geerntet werden.

Giersch bleibt ein vielseitiges Wildgemüse, wird aber kräftiger im Geschmack.

Vogelmiere ist noch vorhanden, verschwindet aber bei Hitze zunehmend.

Portulak ist jetzt besonders wichtig, liefert Omega-3-Fettsäuren und wirkt kühlend.

Ampfer bringt weiterhin frische Säure, sollte aber in Maßen verwendet werden.

Franzosenkraut wächst stark und ist unkompliziert essbar.

Wilde Rauke liefert scharfe Senföle.

Pflanzen für Haut und äußere Anwendung

Beinwell zeigt jetzt kräftige Blätter und wird äußerlich bei Verletzungen eingesetzt.

Ringelblume eignet sich hervorragend für Ölauszüge.

Schöllkraut wird traditionell äußerlich verwendet, sollte aber vorsichtig eingesetzt werden.

Weitere typische Juni-Pflanzen

Erdrauch kann weiterhin gesammelt werden.

Hirtentäschel ist noch vorhanden.

Wiesenkerbel ist jetzt voll entwickelt.

Wiesenlabkraut und Klettenlabkraut wachsen kräftig.

Ehrenpreis bleibt mild bitter.

Ackersenf liefert weiterhin Senföle.

Baumsommer – weniger Blätter, mehr Blüten

Im Juni verschiebt sich der Fokus bei Bäumen deutlich. Junge Blätter verlieren an Bedeutung, während Blüten und Harze relevanter werden.

Linde steht jetzt im Mittelpunkt.

Fichte und Tanne liefern weiterhin aromatische Triebspitzen.

Kiefernsprossen bleiben relevant für Atemwegsanwendungen.

Warum wir im Juni besonders achtsam sammeln sollten

Viele Pflanzen stehen jetzt in der Blüte und sind entscheidend für Bestäuber. Das bedeutet: Wir nehmen weniger, lassen mehr stehen und arbeiten gezielter.

Anwendung im Juni – gezielte Wirkung statt Menge

Im Juni reicht oft wenig. Ein paar Lavendelblüten im Tee, etwas Minze im Wasser, ein kleiner Ansatz Johanniskrautöl – das ist meist völlig ausreichend.

Beobachten macht den Unterschied

Wer regelmäßig sammelt, merkt im Juni besonders deutlich, wie stark sich Pflanzen verändern. Geschmack, Wirkung, Intensität – alles verschiebt sich.

Gesundheit im Gleichgewicht halten

Der Juni ist kein Monat der Extreme. Er ist ein Monat der Balance. Die Pflanzen helfen uns dabei, den Körper zu regulieren, nicht zu überfordern.

Und genau darin liegt seine Stärke.

Sammelkalender Juni

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