Gundermann Heilpflanzenportrait

Gundermann Heilpflanzenportrait

Glechoma hederacea

Hast Du Dich beim Blick in Deinen Garten schon einmal gefragt, welche Schätze sich unentdeckt zwischen dem scheinbaren „Unkraut“ verbergen? Einer dieser verborgenen Schätze ist der Gundermann, auch Gundelrebe genannt. Dieses kleine, aber mächtige Kraut ist nicht nur eine Bereicherung für Deinen Garten, sondern auch für Deine Gesundheit. Entdecken wir gemeinsam, was ihn so besonders macht, welche Heilwirkungen er hat, wo er eingesetzt wird und wie man ihn sicher sammelt.

Historische Verwendung

Der Gundermann hat eine lange Geschichte in der Volksmedizin, die tief in der europäischen Kultur verwurzelt ist. Das unscheinbare Kraut, das in vielen Teilen Europas in Wäldern, an Wegrändern und in Gärten wächst, wurde bereits von den alten Germanen und Kelten wegen seiner heilenden Wirkung geschätzt. Die historische Verwendung des Gundermanns offenbart die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur und zeigt, wie Wissen und Erfahrung von Generation zu Generation weitergegeben wurden, um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern.

Gundermann in der Antike
In der Antike wurde er von verschiedenen Kulturen wegen seiner medizinischen und magischen Eigenschaften genutzt. Die Griechen und Römer verwendeten Gundermann zur Wundheilung und zur Behandlung von Atemwegserkrankungen. Plinius der Ältere, ein römischer Gelehrter, erwähnt die Gundelrebe in seiner „Naturalis Historia“ als wirksames Kraut gegen Augenleiden und als Schutz gegen Gift.

Gundermann im Mittelalter
Im Mittelalter wurde die Gundelrebe in den Klöstern Europas kultiviert, wo ihn Mönche und Nonnen in ihren Heilgärten pflegten und ihr Wissen in Kräuterbüchern festhielten. Hildegard von Bingen, eine berühmte Heilkundige des Mittelalters, empfahl ihn bei Leber- und Milzbeschwerden sowie zur Blutreinigung. In dieser Zeit wurde er auch als „Allerweltsheil“ bezeichnet, was auf seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten hinweist.

Volksglaube und Magie
Neben der medizinischen Verwendung wurde dem Gundermann auch eine magische Bedeutung zugeschrieben. Im Volksglauben galt er als Schutzkraut, das böse Geister und Hexen abwehren sollte. Gundelrebe wurde um Häuser und Ställe gepflanzt, um Unglück und Krankheiten abzuwehren. Diese Praktiken spiegeln den Glauben an eine enge Verbindung zwischen dem Menschen und der geistigen Welt wider, in der Pflanzen eine zentrale Rolle spielen.

Gundermann in der modernen Naturheilkunde
Bis heute hat der Gundermann seinen Platz in der Naturmedizin behalten. Traditionelle Anwendungen umfassen die Behandlung von Hautkrankheiten, Atemwegsbeschwerden und Verdauungsproblemen, basierend auf überliefertem Wissen. Heute wird Gundelrebe häufig in der Phytotherapie eingesetzt, wo seine entzündungshemmenden, schleimlösenden und antimikrobiellen Eigenschaften geschätzt werden.

Die historische Verwendung der Gundelrebe zeigt, wie dieses Kraut die Menschen durch die Zeiten begleitet und unterstützt hat. Sie zeugt von der Weisheit der Naturheilkunde und der Bedeutung von Pflanzen für die menschliche Gesundheit. Der Gundermann erinnert uns daran, dass viele wertvolle Heilmittel direkt vor unserer Haustür wachsen und darauf warten, entdeckt und genutzt zu werden.

Inhaltsstoffe des Gundermann

Die Gundelrebe ist eine Pflanze, deren gesundheitsfördernde Wirkung tief in ihren vielfältigen Inhaltsstoffen verwurzelt ist. Diese Inhaltsstoffe verleihen ihr ihre einzigartigen heilenden Eigenschaften, die sie zu einem wertvollen Bestandteil der Naturheilkunde machen. Werfen wir einen genaueren Blick auf die einzelnen Inhaltsstoffe und wie sie zur Gesundheit beitragen können.

Ätherische Öle: Gundermann enthält ätherische Öle, die eine wichtige Rolle bei der Förderung der Gesundheit spielen. Diese Öle sind für ihre antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Sie können helfen, Bakterien und Viren zu bekämpfen, was besonders bei der Behandlung von Atemwegsinfektionen nützlich ist. Sie können auch zur Linderung von Hautirritationen beitragen und die Heilung kleiner Wunden unterstützen.

Gerbstoffe: Die im Gundermann enthaltenen Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und haben adstringierende (zusammenziehende) Eigenschaften. Sie können bei der Behandlung von Durchfall und anderen Verdauungsbeschwerden hilfreich sein, indem sie die Schleimhäute des Verdauungstrakts schützen und stärken. Gerbstoffe unterstützen auch die Gesundheit der Haut, indem sie bei der Behandlung von Ekzemen und anderen entzündlichen Hauterkrankungen Linderung verschaffen.

Saponine: Saponine sind ein weiterer wichtiger Bestandteil der Gundelrebe. Sie besitzen schleimlösende Eigenschaften, die besonders bei Husten und zur Befreiung der Atemwege hilfreich sind. Saponine können auch das Immunsystem stärken und haben möglicherweise eine antivirale Wirkung.

Flavonoide: Diese Pflanzenstoffe sind für ihre antioxidative Wirkung bekannt. Die Flavonoide im Gundermann können den Körper vor oxidativem Stress und Zellschäden durch freie Radikale schützen. Diese Schutzwirkung trägt zur Vorbeugung chronischer Erkrankungen und zur allgemeinen Gesundheitsförderung bei.

Vitamin C: Gundermann ist eine gute Quelle für Vitamin C, ein essentielles Vitamin, das für seine immunstärkende Wirkung bekannt ist. Vitamin C fördert die Gesundheit der Haut, stärkt das Immunsystem und unterstützt die Wundheilung. Außerdem ist es wichtig für die Produktion von Kollagen, das für die Gesundheit von Haut, Sehnen und Blutgefäßen unerlässlich ist.

Diese Kombination von Inhaltsstoffen macht die Gundelrebe zu einem vielseitigen und wirksamen Mittel in der Naturheilkunde. Seine Fähigkeit, eine Vielzahl von Beschwerden zu lindern, von Hautproblemen über Verdauungsstörungen bis hin zu Atemwegserkrankungen, macht ihn zu einem geschätzten Bestandteil vieler Hausapotheken. Bei der Verwendung von Gundermann und anderen Heilkräutern ist es jedoch wichtig, auf die richtige Dosierung und Anwendung zu achten, um die besten gesundheitlichen Ergebnisse zu erzielen.

Heilwirkungen und Anwendungsgebiete

Der Gundermann bietet aufgrund seiner vielfältigen Inhaltsstoffe eine Fülle von Heilwirkungen, die ihn zu einem wertvollen Naturheilmittel in der Volksmedizin machen. Diese Wirkungen sind breit gefächert und können bei vielen gesundheitlichen Problemen unterstützend wirken. Im Folgenden sollen die Heilwirkungen und Anwendungsgebiete der Gundelrebe näher beleuchtet werden, um ein besseres Verständnis für sein therapeutisches Potenzial zu erlangen.

Heilwirkungen

Entzündungshemmende Wirkung
Gundermann enthält Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend wirken, was ihn besonders bei entzündlichen Erkrankungen wirksam macht. Diese Eigenschaft ist hilfreich bei der Linderung von Schmerzen und Schwellungen bei Arthritis und anderen entzündlichen Gelenkerkrankungen. Auch bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Ekzemen und Schuppenflechte kann Gundermann zur Beruhigung der Haut beitragen.

Schleimlösende Eigenschaften
Die schleimlösenden Eigenschaften des Gundermanns machen ihn zu einem hervorragenden Mittel bei Atemwegserkrankungen. Er kann helfen, festsitzenden Schleim in den Bronchien zu lösen und so das Abhusten zu erleichtern. Dies ist besonders bei Erkältungen, Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen von Vorteil, da es die Atmung erleichtert und zu einer schnelleren Genesung beiträgt.

Antibakterielle Wirkung
Die antibakteriellen Inhaltsstoffe des Gundermanns können bei der Bekämpfung von Infektionen helfen. Dies macht ihn zu einem nützlichen Mittel bei der Behandlung von Wunden und Hautabschürfungen, da er das Infektionsrisiko verringert und den Heilungsprozess unterstützt. Darüber hinaus kann die Verwendung von Gundermann in der Mundhygiene dazu beitragen, bakterielle Mundinfektionen zu verhindern.

Unterstützung der Wundheilung
Gundelrebe kann die Heilung von kleineren Wunden, Schnitten und Schürfwunden fördern. Seine entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften unterstützen die natürliche Heilung, indem sie ein sauberes und gesundes Wundmilieu schaffen.

Anwendungsgebiete

  • Atemwegserkrankungen: Die Verwendung von Gundermann als Tee oder Sirup kann helfen, den Schleim bei Husten oder Bronchitis zu lösen und die Atemwege zu befreien.
  • Verdauungsprobleme: Gundelrebe bietet auch Linderung bei verschiedenen Magen-Darm-Beschwerden, einschließlich leichter Krämpfe, Blähungen und sogar bei leichten Formen der Gastritis, indem er entzündungshemmend und beruhigend wirkt.
  • Hauterkrankungen: Die Anwendung von Gundermann in Form eines Aufgusses, einer Salbe oder eines Bades kann bei der Behandlung von Hautproblemen wie Ekzemen, Psoriasis, kleineren Wunden und sogar bei Insektenstichen hilfreich sein.

Gundermann ist nicht nur wegen seiner direkten Heilwirkungen geschätzt, sondern auch wegen seiner Fähigkeit, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Er kann als Teil einer ganzheitlichen Herangehensweise zur Gesundheitspflege eingesetzt werden. Wie bei jedem Heilkraut ist es jedoch wichtig, bei der Anwendung Vorsicht walten zu lassen, besonders bei Schwangeren, Stillenden oder bei Personen mit spezifischen Gesundheitsbedingungen, und im Zweifelsfall professionellen Rat einzuholen.

Mögliche Doppelgänger

Die Identifikation von Wildkräutern ist eine faszinierende, doch manchmal herausfordernde Aufgabe, besonders wenn es um das Sammeln von Gundermann geht. Dieses heilkräftige Kraut hat einige Doppelgänger in der Natur, die zwar ähnlich aussehen, aber nicht dieselben positiven Eigenschaften besitzen und sogar giftig sein können. Eine genaue Betrachtung und das Wissen um die Unterscheidungsmerkmale sind daher essentiell, um sicherzustellen, dass man die richtige Pflanze sammelt.

Gundermann (Glechoma hederacea)

Gundermann ist leicht an seinen charakteristischen, runden bis nierenförmigen, leicht gezackten Blättern und seinen im Frühjahr erscheinenden, kleinen violetten Blüten zu erkennen. Die Pflanze bildet oft dichte, bodennahe Teppiche in schattigen, feuchten Gebieten. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der vierkantige Stängel, der typisch für viele Mitglieder der Lippenblütlerfamilie ist, zu der Gundermann gehört.

Mögliche Doppelgänger

Aronstab (Arum maculatum)
Der Aronstab kann mit seinen breiten Blättern in manchen Wachstumsphasen dem Gundermann ähnlich sehen. Jedoch sind die Blätter des Aronstabs spitzer und oft mit dunklen Flecken versehen. Im Frühling trägt der Aronstab eine markante, weiße Blütenscheide, die von einer tief purpurnen Spadix gekrönt wird – ein deutlicher Unterschied zu den violetten Blüten des Gundermanns. Alle Teile des Aronstabs sind giftig und können bei Berührung oder Verzehr zu Reizungen oder Vergiftungssymptomen führen.

Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
Unsere Erfahrungen in verschiedenen Kräutergruppen haben gezeigt, dass gerade Anfänger den kriechenden Günsel nur schwer vom Gundermann unterscheiden können. Aber die blaue Blütenfarbe, der aufrechte Wuchs und die spitzere Blattform unterscheiden den Günsel bei genauerer Betrachtung doch recht deutlich von der Gundelrebe.

Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
Gerade im frühen Stadium im Frühjahr kann die Knoblauchsrauke von Laien mit dem Gundermann verwechselt werden. Der Grundermann hat jedoch festere, dickere Blätter und verströmt beim Reiben einen eher würzig dumpfen Geruch während die Knoblauchsrauke – wie der Name schon sagt – sanft nach Knoblauch duftet.

Sicherheit beim Sammeln

Um sicherzugehen, dass man tatsächlich Gundermann sammelt, sollten folgende Tipps beachtet werden:

  • Bestimmungsbücher und Apps: Nutze Bestimmungsbücher oder Apps zur Pflanzenidentifikation, um die Merkmale genau zu überprüfen. Es ist dabei extrem wichtig, sich niemals blind auf eine App zu verlassen. Alle Apps haben ihre Defizite und dienen höchstens dazu, einen ersten Ansatzpunkt zu erhalten. Eine weitere Prüfiung und Vergleiche sind zwingend notwendig.
  • Expertenrat: Wenn möglich, sammle gemeinsam mit jemandem, der Erfahrung in der Identifikation von Wildkräutern hat.
  • Standortbeobachtung: Gundermann bevorzugt feuchte, schattige Standorte, während einige seiner Doppelgänger andere Vorlieben haben können.

Durch die Beachtung dieser Unterscheidungsmerkmale und Tipps kannst Du sicherstellen, dass Du den echten Gundermann sammelst und seine heilenden Eigenschaften ohne Risiko nutzen kannst.

Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Verwendung von Gundermann, sei es als Heilpflanze oder in der Küche, ist es wichtig, nicht nur die möglichen Verwechslungen zu kennen, sondern auch spezifische Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Diese Vorsichtsmaßnahmen tragen dazu bei, mögliche Risiken zu minimieren und die Sicherheit und Gesundheit der Anwender zu gewährleisten. Hier sind einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten:

Allergische Reaktionen
Obwohl Gundermann viele gesundheitsfördernde Wirkungen hat, besteht immer die Möglichkeit einer allergischen Reaktion, insbesondere bei Personen mit bekannter Empfindlichkeit gegenüber Pflanzen der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), zu denen auch Gundermann gehört. Symptome einer allergischen Reaktion können Hautausschlag, Juckreiz, Niesen, Husten oder sogar Atembeschwerden sein. Wenn diese Symptome nach der Anwendung von Gundermann auftreten, sollte die Anwendung sofort beendet und gegebenenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist besondere Vorsicht geboten, da nicht genügend Informationen über die Unbedenklichkeit der Anwendung von Gundermann in diesen Lebensphasen vorliegen. Viele Kräuter können während der Schwangerschaft und Stillzeit unerwünschte Wirkungen auf den Körper haben. Frauen, die schwanger sind oder stillen, sollten vor der Anwendung von Gundermann oder anderen Kräutern ihren Arzt oder eine in der Phytotherapie qualifizierte Person konsultieren.

Wechselwirkungen mit Medikamenten
Aufgrund seiner Wirkstoffe kann Gundermann Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten hervorrufen. Vorsicht ist speziell bei der Einnahme von Medikamenten geboten, die das Blut verdünnen, den Blutzucker regulieren oder die Leberfunktion beeinflussen. Es wird empfohlen, vor der Anwendung von Gundermann als Heilmittel einen Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker zu konsultieren, um mögliche Wechselwirkungen auszuschließen.

Chronische Krankheiten und Beschwerden
Personen mit chronischen Krankheiten oder besonderen Gesundheitsproblemen sollten bei der Anwendung von Gundermann Vorsicht walten lassen. Krankheiten wie Diabetes, Autoimmunerkrankungen oder Leber- und Nierenerkrankungen können die Reaktion des Körpers auf Kräuter beeinflussen. In diesen Fällen empfiehlt es sich, vor der Anwendung von Gundermann einen Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker zu konsultieren.

Dosierung und Anwendungsdauer
Auch Naturheilmittel sollten nicht übermäßig oder unbegrenzt angewendet werden. Eine angemessene Dosierung und Anwendungsdauer sind entscheidend für die Sicherheit und Wirksamkeit. Eine langfristige oder übermäßige Anwendung von Gundermann, speziell in hohen Dosen, kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Es ist ratsam, sich an die empfohlene Dosierung zu halten und bei Langzeitanwendung einen Experten zu konsultieren.

Individuelle Empfindlichkeiten
Schließlich ist es wichtig zu erkennen, dass jeder Mensch individuell auf Heilkräuter reagieren kann. Was für den einen heilsam ist, kann für den anderen problematisch sein. Achte auf die Signale deines Körpers und handle entsprechend verantwortungsvoll bei der Anwendung von Gundermann.

Wenn diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, kann Gundermann sicher verwendet werden, um seine gesundheitlichen Vorteile zu genießen, ohne ein Gesundheitsrisiko einzugehen.

Nachhaltigkeit beim Sammeln

Das Sammeln von Wildkräutern wie dem Gundermann bietet nicht nur die Möglichkeit, die Natur zu erkunden und von ihren heilenden Eigenschaften zu profitieren, sondern auch die Verantwortung, dies auf eine Weise zu tun, die die Umwelt schützt und die Nachhaltigkeit der Pflanzenbestände gewährleistet. Ein respektvoller Umgang mit der Natur stellt sicher, dass sich auch künftige Generationen an der Vielfalt und dem Reichtum der Pflanzenwelt erfreuen können. Hier einige Grundsätze für das nachhaltige Sammeln von Pflanzen:

Das Drittel-Prinzip
Eine Grundregel für das Sammeln von Wildpflanzen ist, nie mehr als ein Drittel der Pflanzen eines Standorts zu entnehmen. Dieses Prinzip hilft, den Bestand einer Pflanzenart an ihrem natürlichen Standort zu erhalten und gibt der Pflanze die Möglichkeit, sich zu regenerieren und weiter auszubreiten. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass jede Entnahme einen Eingriff in das lokale Ökosystem darstellt. Wer diesen Grundsatz beachtet, trägt zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt bei.

Das Ökosystem kennen
Bevor man mit dem Sammeln beginnt, sollte man sich mit dem Ökosystem vertraut machen, in dem die Pflanzen wachsen. Es ist wichtig zu wissen, welche Pflanzen in einem Gebiet heimisch sind, wie sie miteinander interagieren und welche Rolle sie im Ökosystem spielen. Einige Pflanzenarten können bedroht sein oder eine wichtige Rolle bei der Bestäubung oder als Nahrungsquelle für Wildtiere spielen. Solche Arten sollten besonders geschützt werden.

Den Lebenszyklus berücksichtigen
Achte beim Sammeln auf den Lebenszyklus der Pflanzen. Es ist am besten, Pflanzen zu sammeln, wenn sie sich in der Wachstumsphase befinden und nicht, wenn sie gerade Samen bilden oder kurz vor der Blüte stehen. Das Sammeln während der Samenbildung kann die Fähigkeit der Pflanze, sich zu vermehren und im nächsten Jahr eine gesunde Population zu bilden, erheblich beeinträchtigen.

Schäden vermeiden
Achte beim Sammeln darauf, die Pflanze und ihre Umgebung nicht zu beschädigen. Verwende immer saubere, scharfe Werkzeuge, um einen sauberen Schnitt zu gewährleisten, der es der Pflanze ermöglicht, sich schneller zu erholen. Vermeide es, Wurzeln zu ziehen oder ganze Pflanzen auszureißen, es sei denn, Du sammelst eine Pflanze, die in großer Zahl vorkommt und deren Entnahme das ökologische Gleichgewicht nicht stört.

Respektiere das Land
Denke daran, dass das Sammeln von Wildkräutern ein Privileg ist, das mit Respekt für Land und Leute einhergeht. Sammle nur dort, wo es erlaubt ist und meide Schutzgebiete oder Privatgrundstücke, es sei denn, Du hast eine Erlaubnis. Hinterlasse keine Abfälle und störe keine Wildtiere.

Unter Beachtung dieser Richtlinien kann das Sammeln von Kräutern wie dem Gundermann eine nachhaltige Praxis sein, die die Schönheit und Vielfalt der Natur für zukünftige Generationen bewahrt.

Anwendungsbeispiele und Rezepte

Gundermann, mit seinen vielfältigen heilenden Eigenschaften, lässt sich auf verschiedene Weisen nutzen, um die Gesundheit zu fördern. Hier sind einige praktische Anwendungsbeispiele und Rezepte, die Dir zeigen, wie Du Gundermann in Form von Tee, Salbe und Sirup selbst herstellen kannst. Diese einfachen Zubereitungen ermöglichen es Dir, die natürlichen Vorteile dieses Krauts direkt zu erleben.

Gundermann-Tee

Gundermann-Tee ist besonders hilfreich bei Atemwegserkrankungen und Verdauungsproblemen. Er wirkt schleimlösend, entzündungshemmend und kann zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems beitragen.

Zutaten:

  • 1-2 Teelöffel frische oder getrocknete Gundermann-Blätter
  • 250 ml kochendes Wasser

Zubereitung:

  1. Die Gundermann-Blätter gründlich waschen (bei Verwendung von frischen Blättern).
  2. Die Blätter in eine Teekanne geben und mit dem kochenden Wasser übergießen.
  3. Den Tee etwa 10 Minuten ziehen lassen.
  4. Anschließend den Tee durch ein Sieb in eine Tasse gießen.
  5. Bei Bedarf mit Honig oder einem anderen natürlichen Süßungsmittel süßen.

Gundermann-Salbe

Eine Salbe aus Gundermann kann bei der Behandlung von Hauterkrankungen wie Ekzemen, kleinen Wunden oder Insektenstichen nützlich sein, dank ihrer entzündungshemmenden und heilenden Eigenschaften.

Zutaten:

  • eine Handvoll frische Gundermann-Blätter
  • 200 ml natives Olivenöl oder anderes Trägeröl
  • 20 g Bienenwachs

Zubereitung:

  1. Die Gundermann-Blätter gründlich waschen und fein hacken.
  2. Die gehackten Blätter in ein Glasgefäß geben und mit dem Öl übergießen, sodass sie vollständig bedeckt sind.
  3. Das Glasgefäß verschließen und mindestens 2-3 Wochen an einem warmen, dunklen Platz ziehen lassen, täglich schütteln.
  4. Den Ölauszug durch ein feines Sieb oder Tuch filtern und das Pflanzenmaterial entfernen.
  5. Das gefilterte Öl in einem Topf bei niedriger Hitze erwärmen und das Bienenwachs hinzufügen, bis es vollständig geschmolzen ist.
  6. Die warme Mischung in saubere Tiegel oder Gläser füllen und abkühlen lassen, bis die Salbe fest wird.
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Gundermann-Sirup

Gundermann-Sirup ist ein schmackhaftes und heilendes Hausmittel bei Husten und Halsschmerzen. Er kombiniert die heilenden Eigenschaften des Gundermanns mit der beruhigenden Wirkung von Honig.

Zutaten:

  • eine Handvoll frische Gundermann-Blätter
  • 500 ml Wasser
  • 250 g Honig

Zubereitung:

  1. Die Gundermann-Blätter gründlich waschen und in einem Topf mit dem Wasser zum Kochen bringen.
  2. Die Mischung etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis die Flüssigkeit auf die Hälfte reduziert ist.
  3. Den Sud vom Herd nehmen und durch ein Sieb in eine saubere Schüssel gießen, um die Blätter zu entfernen.
  4. Den handwarmen Gundermann-Auszug mit dem Honig vermischen, bis eine gleichmäßige Flüssigkeit entsteht.
  5. Den fertigen Sirup in eine saubere Flasche oder ein Glas füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Gundermann-Tinktur:

Zutaten:

Zubereitung:

Den Gundermann waschen, gut ausschütteln und kleinhacken. In ein Ansatzfläschchen stopfen und mit dem Alkohol auffüllen. Verschrauben und an einem warmen aber nicht sonnigen Platz 4 bis 6 Wochen lang ausziehen lassen. Danach durch ein Tüchlein gießen, dieses fest ausdrücken. Die Tinktur in ein dunkles Tropffläschchen abfüllen und beschriften. Kühl und dunkel gelagert hält sich die Tinktur mindestens 12 Monate. Erwachsene nehmen davon dreimal täglich 12 bis 20 Tropfen ein. Nach 4 Wochen 14 Tage pausieren, dann bei Bedarf wiederholen.

Wer keinen Alkohol verwenden mag, kann, darf oder will, kann auch einen Glycerinauszug, Essigauszug, Soleauszug, Natronauszug oder einen Kräuterhonig damit zubereiten.

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Diese einfachen Rezepte ermöglichen es Dir, die vielseitigen Heilkräfte des Gundermanns auf natürliche Weise zu nutzen. Ob zur Linderung von Husten, zur Pflege der Haut oder einfach zur Stärkung des Immunsystems – Gundermann bietet eine Fülle von Möglichkeiten, Deine Gesundheit auf sanfte Weise zu unterstützen.

Viele verspeisen ihn gerne im Wildkräutersalat oder in einem feinen Kräutersalz. Als alleinige Zutat ist er aufgrund seines doch recht kräftigen und fast scharf-würzigen Geschmacks jedoch nicht zu empfehlen.

Zusammenfassung

Gundermann, oft als unscheinbares Kraut in Gärten und Wäldern übersehen, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine Pflanze von außergewöhnlichem Wert. Seine Fülle an heilenden Inhaltsstoffen und die breite Palette an Anwendungsmöglichkeiten machen ihn zu einem wahren Schatz der Naturheilkunde, der direkt vor unserer Haustür zu finden ist. Von der Linderung von Atemwegserkrankungen über die Unterstützung bei Verdauungsproblemen bis hin zur Heilung von Hauterkrankungen – Gundermann bietet eine natürliche Alternative oder Ergänzung zu konventionellen Behandlungsmethoden.

Die historische Nutzung von Gundermann in der Volksmedizin, die sich über Jahrhunderte erstreckt, unterstreicht die Bedeutung und Wirksamkeit dieses Krauts. Die Praktiken und Überlieferungen rund um Gundermann erinnern uns daran, dass Wissen über heilende Pflanzen ein kostbares Gut ist, das bewahrt und gepflegt werden muss. Sie laden uns ein, die Verbindung zur Natur zu vertiefen und die Heilkraft der Pflanzen in unser tägliches Leben zu integrieren.

Das nachhaltige Sammeln von Gundermann und anderen Wildkräutern ist dabei ein Akt der Achtsamkeit und des Respekts gegenüber der Umwelt. Es erfordert Kenntnisse über die Pflanzen und ihre Lebensräume sowie ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge. Indem wir uns an Prinzipien wie dem der Nachhaltigkeit orientieren, tragen wir dazu bei, die Vielfalt und Schönheit der Natur für zukünftige Generationen zu erhalten.

Gleichzeitig ist beim Umgang mit Gundermann und anderen Heilkräutern Vorsicht geboten. Die korrekte Identifikation der Pflanze, das Bewusstsein für mögliche allergische Reaktionen, Wechselwirkungen mit Medikamenten und besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Schwangerschaft oder bestimmten gesundheitlichen Zuständen sind entscheidend, um die positiven Eigenschaften von Gundermann sicher zu nutzen.

Letztlich ist Gundermann ein Beispiel dafür, wie die Natur uns mit allem versorgt, was wir für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden benötigen. Seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, gepaart mit der Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs, machen ihn zu einem wertvollen Bestandteil einer bewussten Lebensweise, die die Schätze der Natur zu schätzen weiß. Indem wir Gundermann und ähnliche natürliche Ressourcen achtsam nutzen, können wir nicht nur unsere Gesundheit fördern, sondern auch einen Beitrag zum Schutz und zur Bewahrung unserer Umwelt leisten.

Inhaltsstoffe:

Heilwirkungen:

Anwendungsgebiete:

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