Gundermann Heilpflanzenportrait

Gundermann Heilpflanzenportrait

Glechoma hederacea

Mehr oder weniger schnell, je nach Ort, streckt sich uns jetzt dieses wunderhübsche kleine Heilkraut mit den lila Blüten und den kräftigen sattgrünen Blättern entgegen. Noch versteckt es sich in den Wiesen und Waldrändern gerne unter Bäumen, Büschen und an Flussufern, doch bald schon findet man immer öfter mehr oder weniger ausufernde lila-grüne Blütenteppiche voll von Gundermann (oft liebevoll als „Gundermännle“ bezeichnet), oder auch Gundelrebe.

Viele verspeisen ihn gerne im Wildkräutersalat oder in einem feinen Kräutersalz. Als alleinige Zutat ist er aufgrund seines doch recht kräftigen und fast scharf-würzigen Geschmacks jedoch nicht zu empfehlen.

Doch bitte denkt gerade jetzt im Frühjahr daran: auch für die blütensaftsammelnden Insekten genügend übrig lassen!

Gundermann erfreut nicht nur unseren Gaumen, sondern ist als heilkräftiges Kraut vor allem im zeitigen Frühjahr gesammelt beliebt. Auch noch später im Sommer kann man ihn zu Heilzwecken ernten, doch essen mögen wir ihn nun nicht mehr.

Gundermann Heilpflanzenportrait

Beschreibung:

Bereits die Germanen wussten Gundermann zu schätzen in der Heilkunde. Er gehört zu den sogenannten „Gundkräutern“, die Eiter und giftige Ansammlungen von Sekreten aus Wunden oder aus entzündeten Organen (z.B. bei eitriger Bronchitis oder Nebenhöhlenentzündung) ziehen sollen. Nicht nur in der Wundbehandlung ist er wertvoll, denn er hilft bei der Ausscheidung von Blei aus dem Körper, was gerade Blei und auch Quecksilber verarbeitende Menschen bzw. die damit Umgang haben (z.B. in Farben oder Lasuren) auch heute noch zu schätzen wissen. Dafür kann Tee oder die unten stehende Tinktur hilfreich sein. Doch auch Durchfall mit Magen-Darm-Entzündungen kann mit seiner Hilfe schneller abklingen. Er wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend bei Rheuma.

Darreichungsformen:

Gundermann kann in Form von Salat frisch verwendet werden, in Kräutersirup oder in Kräutersalz (meist gemischt mit anderen Kräutern) verarbeitet werden; das frische Kraut kleingehackt oder gequetscht für Umschläge bei Entzündungen und Schwellungen (nicht auf offene Wunden); getrocknet als Tee zum Einnehmen oder in Form eines starken Absuds als Badezusatz bei Rheuma; in Tinkturen (innerlich und äußerlich verdünnt auch als Auflage oder Waschung bei Wunden); in Heilsalben (siehe auch Wundheilcreme mit Gänseblümchen und Gundermann).

Inhaltsstoffe:

Rezepte:

Gundermann-Tee:

  • 3-5 g Gundermann, getrocknet (1-2 TL)
  • 250 ml Wasser, aufgekocht

Den Tee mit dem Wasser aufgießen (ca. 85-90 Grad), 5-8 Minuten abgedeckt ziehen lassen, filtern. Zweimal täglich eine Tasse davon trinken bei Bedarf, oder als Ausleitungskur eine Tasse über maximal 6 Wochen, danach pausieren.

Gundermann Heilpflanzenportrait
Gundermann-Tinktur

Gundermann-Tinktur:

Den Gundermann waschen, gut ausschütteln und kleinhacken. In ein Ansatzfläschchen stopfen und mit dem Alkohol auffüllen. Verschrauben und an einem warmen aber nicht sonnigen Platz 4-6 Wochen lang ausziehen lassen. Danach durch ein Tüchlein gießen, dieses fest ausdrücken. Die Tinktur in ein dunkles Tropffläschchen abfüllen und beschriften. Kühl und dunkel gelagert hält sich die Tinktur mindestens 12 Monate. Erwachsene nehmen davon dreimal täglich 12-20 Tropfen ein. Nach 4 Wochen 14 Tage pausieren, dann bei Bedarf wiederholen.

Wer keinen Alkohol verwenden mag, kann, darf oder will, kann auch einen Glycerinauszug, Essigauszug, Soleauszug, Natronauszug oder einen Kräuterhonig damit zubereiten.

Achtung / Aus rechtlichen Gründen

Wer gegen eine Zutat allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden! Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder fragt bitte Euren Arzt um Rat.

Unsere Empfehlungen basieren rein auf Erfahrungswerten und sollen keinesfalls dazu auffordern, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder sogar zu ersetzen. Wir sind weder Mediziner:innen, Heilpraktiker:innen, noch Kosmetiker:innen. Wir weisen daher aus rechtlichen Gründen darauf hin, dass die auf unserem Blog getroffenen Aussagen über die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffe sowie der aufgeführten Rezepte und Anwendungshinweise nur zu Zeitvertreib und Information dienen sollen. Unsere Inhalte (Text und Bild) unterliegen dem Urheberrecht (Copyright). Jede weitere Nutzung unserer Beiträge/Inhalte - auch auszugsweise - bedarf der schriftlichen Zustimmung der Rechteinhaber. Verstöße werden ohne vorherigen Kontakt juristisch verfolgt. Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen geben wir in keiner Weise ab und versprechen auch nichts derartiges. Wer unsere Rezepte oder Empfehlungen nachmacht, tut dies auf eigene Gefahr, wie es rechtlich so schön heißt.

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