Bärlauch Heilpflanzenportrait

Bärlauch Heilpflanzenportrait

Allium ursinum * Bärlauch-Tinktur mit und ohne Alkohol

Dass Bärlauch nicht nur den Bären nach ihrem Winterschlaf gut schmeckt und ihnen gut tut, wissen mittlerweile die meisten. Und dass wir daraus ein leckeres Pesto zaubern können, hat Sonja gestern bewiesen… Aber was bedeutet „gesund“ bei Bärlauch eigentlich genauer betrachtet?

Eine ganze Menge! Und das nicht nur für die obligatorische Frühjahrskur, die gerne zur Erneuerung unserer müden Lebensgeister und zwecks Entfernung überflüssiger Pölsterchen (manchmal sogar ganzer „Sofakissen“) sondern durchaus bei ernstzunehmenden Krankheiten.

Und das sind die hervorragenden Eigenschaften des Bärlauchs:
Verdauungs– und appetitanregend, entblähend und darmfloraaufbauend z.B. nach Antibiotikagabe, darmstärkend, organismusstärkend, stoffwechselanregend, immunstärkend, blutreinigend, entgiftend auch zur Schwermetallausleitung (z.B. bei einer Zahnsanierung, hier besteht oft die Gefahr, dass die Schwermetalle im Körper gespeichert und nicht ausgeschieden werden), entwässernd (siehe Zusatztipp!), antibakteriell, blutdrucksenkend, arterienreinigend (Arteriosklerose), beugt dadurch Herzinfarkt und Schlaganfall vor, blutfettsenkend, cholesterinsenkend, fettstoffwechselregulierend, leber- und gallefördernd. Ein ganzes großes Geschenk also, das uns die Natur hier macht!

Empfehlenswert ist die kurweise Einnahme von 3×12 oder 2-3×20 Tropfen in eine Tasse Wasser oder lauwarmem Tee für Erwachsene oder Jugendliche über einen Zeitraum von 6 Wochen, danach eine Einnahmepause von 3-4 Wochen oder von 4 Wochen mit folgender Pause von 2 Wochen. Eine Wiederholung der Kur anschließend oder nach einigen Monaten ist, je nach Beschwerdebild, empfehlenswert. Die Einnahmepause verringert die Gefahr von Wechselwirkungen.

Bärlauch Heilpflanzenportrait
Barlauch-Tinktur

Bärlauchtinktur ist auch fertig im Handel zu bekommen, Preise um 20 bis 35 € für 100 ml sind aber nicht selten! Es lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht, die Tinktur selbst anzusetzen – und macht auch noch Spaß!

Inhaltsstoffe von Bärlauch:

Als Verwandter von Knoblauch, Zwiebel und Lauch lassen sie sich ableiten, wobei Bärlauch sehr viel mehr Schwefel enthalten soll wie seine restliche Familie. Der typische Knoblauchgeruch beim Verzehr entfällt dabei aber erfreulicherweise und Bärlauch wird in der Regel besser vertragen. Er enthält ätherische Öle, Flavonoide, Chlorophyll, Vitamine und Mineralstoffe und Schwefel. Durch die Zerstörung der Blattstruktur (zerschneiden, zerhacken der Blätter) reagiert die darin enthaltene Schwefelverbindung Alliin mit dem Enzym Allinase und das Allicin entsteht (ebendieses ist für den Knoblauchgeruch verantwortlich).

Zutaten für 100 ml Tinktur:

  • 30 g Bärlauchblätter, gewaschen und abgetrocknet
  • für eine alkoholhaltige Tinktur 100 ml Trinkalkohol z.B. Wodka, Obstler, Doppelkorn, 38 – 40 Vol.-%
  • für eine alkoholreduzierte Tinktur 50 ml Glycerin, pflanzlich und 50 ml Wodka, Obstler, Doppelkorn, 38 – 40 Vol.-%
  • für einen alkoholfreien Auszug 70 ml Glycerin, pflanzlich und 30 ml Bio-Weißweinessig
Bärlauch Heilpflanzenportrait
Bärlauch frisch gesammelt

Die Bärlauchblätter fein hacken und in ein Schraubglas schichten. Mit dem Auszugsmittel nach Wahl auffüllen und verschließen. Gut schütteln und an einem zimmerwarmen und dunklen Ort (Licht zerstört das wertvolle enthaltene kräftig grüne Chlorophyll) 3 bis 4 Wochen ausziehen lassen (Glycerintinkturen gerne länger). Wenn die Tinktur noch nicht benötigt wird, darf es auch länger sein, aber unbedingt dunkel! Danach klar filtern und in braune Tropffläschchen abfüllen. Dunkel lagern und am besten bis zur nächsten Ernte verbrauchen.

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Bärlauch frisch gemausert

Tipp:
Wer die Bärlauchtinktur besonders zum Entwässern verwenden will (die Ursachen vorher selbstverständlich abklären mit dem Arzt!), kann als Auszugsmittel Gin verwenden mit 42 Vol.-%, denn der destillierte Wacholder, aus dem dieser gebrannt wird, hat zusätzlich entwässernde Wirkung….

Bitte beachten:
Vor dem Verarbeiten kontrollieren, dass auch wirklich nur Bärlauchblätter gesammelt wurden! Verwechslungen besonders mit dem hochgiftigen Maiglöckchen, der Herbstzeitlose oder auch dem Aronstab sind möglich. Wer sich unsicher ist, kauft Bärlauchblätter lieber frisch im Bio-Laden oder auf dem Markt.

Ihr sucht mehr Rezepte mit Bärlauch? Einfach hier klicken: Bärlauch

Achtung / Aus rechtlichen Gründen

Wer gegen eine Zutat allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden! Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder fragt bitte Euren Arzt um Rat.

Unsere Empfehlungen basieren rein auf Erfahrungswerten und sollen keinesfalls dazu auffordern, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder sogar zu ersetzen. Wir sind weder Mediziner:innen, Heilpraktiker:innen, noch Kosmetiker:innen. Wir weisen daher aus rechtlichen Gründen darauf hin, dass die auf unserem Blog getroffenen Aussagen über die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffe sowie der aufgeführten Rezepte und Anwendungshinweise nur zu Zeitvertreib und Information dienen sollen. Unsere Inhalte (Text und Bild) unterliegen dem Urheberrecht (Copyright). Jede weitere Nutzung unserer Beiträge/Inhalte - auch auszugsweise - bedarf der schriftlichen Zustimmung der Rechteinhaber. Verstöße werden ohne vorherigen Kontakt juristisch verfolgt. Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen geben wir in keiner Weise ab und versprechen auch nichts derartiges. Wer unsere Rezepte oder Empfehlungen nachmacht, tut dies auf eigene Gefahr, wie es rechtlich so schön heißt.

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