Salbei Knospen-Tinktur * Gemmotherapie

Salbei Knospen-Tinktur * Gemmotherapie

Salvia officinalis

Auch wenn es genau genommen um die kleinen Triebspitzen vom Salbei und nicht um Knospen geht: wir setzen hier im Prinzip ein Gemmomazerat an. Das Embryonalgewebe, das wir hier verwenden, ist noch um ein Vielfaches wirkungsvoller als die großen Brüder. Probiert einfach mal eines dieser Miniblättchen, kaut es gründlich durch, dann versteht Ihr, was wir meinen…

Zum Ernten benötigen wir einen oder zwei große, also mehrere Jahre alte, Gartensalbei-Stöcke. Kleine, junge Pflanzen würden zuviel Schaden abbekommen, gehen aber im Prinzip auch. Wir zupfen die klitzekleinen Triebe ab, die seitlich an den Zweigen austreiben. Wer den Zeitpunkt im Frühjahr verpasst hat, kann auch später noch ernten, muss aber halt immer auf die Minitriebe achten.

Salbei Knospen-Tinktur * Gemmotherapie
junge Salbeitriebe

Das Einsatzgebiet ist natürlich der von Salbei (aber intensiver als der „große“): Erkältung, grippale Infekte, Husten, Halsentzündung, Laryngitis, Mandelentzündung, Heiserkeit, übermäßiges Schwitzen in den Wechseljahren (umgekehrt schweißtreibend bei Erkältungen, hängt von der Intensität oder der Dosierung und der Temperatur wie man ihn einnimmt ab), tötet Bakterien und wirkt schleimlösend, abschwellend und entzündungshemmend. Die nicht so gebräuchliche Verwendung von Salbei liegt im Bereich von Psyche und Nerven, denn auch bei Stress, Panikattaken und angegriffenen Nerven soll er beruhigen und ausgleichen. Ähnlich wie Ginkgo und gerne auch mit diesem zusammen wird Salbei zur Förderung von Gedächtnis und Hirnleistung eingesetzt. Das Verdauungssystem entkrampft Salbei, auch in Form von feuchtwarmen Kompressen bei Magen-, und bzw. oder Darmschmerzen, Blähungen, Völlegefühl ebenso wie Menstruationskrämpfe.

Inhaltsstoffe:

Salbei enthält reichlich ätherische Öle, darunter auch reichlich Thujon, das den Salbei zum Dauergebrauch ausschließt, Flavonoide, Rosmarinsäure, Kaffeesäure, Gerbstoffe, Bitterstoffe. Dementsprechend die Empfehlung, die Salbeiknospentinktur entweder für maximal zwei Wochen bei einem akuten Infekt oder Erkrankungen (3-mal täglich 2 bis 3 Tropfen) einzusetzen. Bei längerfristigen oder chronischen gesundheitlichen Problemen in niedrigerer Dosierung (2-mal täglich 1 bis 3 Tropfen) und im 2-wöchigen Wechsel mit anderen Kräutern. Grundsätzlich nur für Erwachsene.

Gegenanzeigen:

Schwangerschaft und Stillzeit, wobei Salbei zum Abstillen wiederum eingesetzt wird. Bestehende Allergie gegen Salbei.

Salbei Knospen-Tinktur * Gemmotherapie
junge Salbeitriebe

Herstellung der Urtinktur:

  • 5-10 g frisch gepflückte Salbei-Triebspitzen 
  • 10 ml Glycerin, pflanzlich (in Pharmaqualität)
  • 70 ml Weingeist, 70 Vol. %

Glycerin und Weingeist gründlich mischen. Die Triebspitzen fein hacken oder mit dem Mörser stoßen. In ein Schraubglas geben, mit der Glycerin-Alkoholmischung übergießen, umrühren. 3 bis 4 Wochen lang dunkel ziehen lassen, täglich gut schwenken. Danach klar filtern (Sieb, danach Tuch oder Filter), in ein dunkles Gläschen abfüllen und kühl und besonders dunkel lagern.

Weiterverarbeitung:
Die Urtinktur wird nun zu einem Gemmotherapeutikum weiterverarbeitet (am besten immer bei Bedarf frisch anmischen). Das erhaltene Mazerat mit 90 ml pflanzlichem Glycerin und 90 ml 70 %igem Trinkalkohol verdünnen. Davon bei Bedarf 50 ml in eine Sprühflasche füllen und verwenden.

Anwendung:
Bei Bedarf nimmt man davon mehrmals täglich zwischen 1 und 3 Tropfen bzw. 1 bis 3 Sprühstöße, auf der Zunge zergehen lassen (schmeckt bitter-süß), also nicht sofort schlucken, das Mazerat wird über die Mundschleimhäute aufgenommen. 10 bis 15 Minuten davor und danach sollte man idealerweise weder etwas essen noch trinken.

Salbei Knospen-Tinktur * Gemmotherapie
Salbei-Gemmo-Mazerat

Ein rein alkoholischer Salbeiauszug würde einen Teil der embryonalen Wirkstoffe zerstören, daher ist die Verwendung von Glycerin obligatorisch.

Die Tinktur eignet sich auch zur Herstellung von Heilcreme: auf 50 ml dafür 10 bis 20 Tropfen verwenden.

Achtung / Aus rechtlichen Gründen

Wer gegen eine Zutat allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden! Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder fragt bitte Euren Arzt um Rat.

Unsere Empfehlungen basieren rein auf Erfahrungswerten und sollen keinesfalls dazu auffordern, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder sogar zu ersetzen. Wir sind weder Mediziner:innen, Heilpraktiker:innen, noch Kosmetiker:innen. Wir weisen daher aus rechtlichen Gründen darauf hin, dass die auf unserem Blog getroffenen Aussagen über die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffe sowie der aufgeführten Rezepte und Anwendungshinweise nur zu Zeitvertreib und Information dienen sollen. Unsere Inhalte (Text und Bild) unterliegen dem Urheberrecht (Copyright). Jede weitere Nutzung unserer Beiträge/Inhalte - auch auszugsweise - bedarf der schriftlichen Zustimmung der Rechteinhaber. Verstöße werden ohne vorherigen Kontakt juristisch verfolgt. Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen geben wir in keiner Weise ab und versprechen auch nichts derartiges. Wer unsere Rezepte oder Empfehlungen nachmacht, tut dies auf eigene Gefahr, wie es rechtlich so schön heißt.

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