Holunder Gemmotherapie

Holunder Gemmotherapie

Sambucus nigra * Knospenwoche

Unseren heutigen Beitrag widmen wir einer wunderbaren Pflanze, die wir beide sehr schätzen und die laut Legende die Wohnung einer faszierenden Göttin ist. Dem schwarzen Holunder und mit ihm der wunderbaren Muttergöttin Hulda – oder wie sie heute genannt wird: Frau Holle.

Für unser Gemmomazerat nehmen wir wenige Gramm Knopsen (bitte immer nur ganz ganz wenige pro Strauch sammeln und immer nur eine Knospe pro Ast, wir möchten ja noch Holunderblüten im frühen Sommer und Holunderbeeren im späteren Sommer sammeln).

Holunder Gemmotherapie
Holunderknospen gehackt

Inhaltsstoffe:
Die wertvollen Knospen des schwarzen Holunder enthalten Flavonoide, ätherisches Öl, Phenolcarbonsäuren, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Triterpene, Beta-Sitosterol, cyanogene Glycodise, Anthocyane, Vitamine B12, B6, C, Folsäure, Beta-Carotin, Kalium, Phosphor, Calcium, Magnesium, Lithium, Barium, Jod, Schwefel und Enzyme.

Diese Fülle an Inhaltsstoffen in diesen winzigen dunklen Knospen bergen eine Fülle an Anwendungsbereichen. Immunsystem und Stoffelwechsel werden gefördert, Stauungen gelöst und entgiftet. Die Gemmotinktur kann wunderbar mit vielen anderen gemischt und kombiniert werden. Von Verstopfung, über Rheumatismus bis Verschleimung, Bronchitis und Asthma hilft die Kraft dieser starken Knospen bei innerlicher Einnahme.

Nicht minder breit gefächert ist das Wirkungsfeld bei äußerer Anwendung: Psoriasis, Akne, Neurodermitis, Nesselfieber und vieles mehr.

Wie immer gilt: Gemmomazerate sind hochkonzentriert. Die embryonalen Zellen enthalten die geballte Kraft der Pflanze. Immer erst auf Verträglichkeit testen. Es reichen wenige Tropfen verdünnt in Tee, Wasser oder Alkohol je nach Art der Behandlung absolut aus.

Herstellung der Urtinktur:

  • 5-10 g frisch gepflückte Knospen des Holunder
  • 10 ml Glycerin, pflanzlich (in Pharmaqualität)
  • 70 ml Weingeist, 70 Vol. %

Glycerin und Weingeist gründlich mischen. Die Knospen fein hacken oder mit dem Mörser stoßen. In ein Schraubglas geben, mit der Glyzerin-Alkoholmischung übergießen, umrühren. 3 bis 4 Wochen lang dunkel ziehen lassen, täglich gut schwenken. Danach klar filtern (Sieb, danach Tuch oder Filter), in ein dunkles Gläschen abfüllen und kühl und besonders dunkel lagern.

Weiterverarbeitung:
Die Urtinktur wird nun zu einem Gemmotherapeutikum weiterverarbeitet (am besten immer bei Bedarf frisch anmischen). Das erhaltene Mazerat mit 90 ml pflanzlichem Glycerin und 90 ml 70 %igem Trinkalkohol verdünnen. Davon bei Bedarf 50 ml in eine Sprühflasche füllen und verwenden.

Anwendung:
Bei Bedarf nimmt man davon mehrmals täglich zwischen 1 und 3 Tropfen bzw. 1 bis 3 Sprühstöße, auf der Zunge zergehen lassen (schmeckt bitter-süß), also nicht sofort schlucken, das Mazerat wird über die Mundschleimhäute aufgenommen. 10 bis 15 Minuten davor und danach sollte man idealerweise weder etwas essen noch trinken.

Allgemeine Infos zur Gemmotherapie:

Diese spezielle Art der Phytotherapie wurde 2011 in das Europäische Arzneibuch mit aufgenommen (das Herstellverfahren mit Glycerin und Alkohol). Als „Erfinder“ gilt der Franzose Henry Pol. Hier wird vorausgesetzt, dass das Embryonalgewebe, als das die Knospen und Baby-Triebspitzen bezeichnet werden sowie die daraus gefertigte Phytomedizin in dieser Wachstumsphase die höchste Menge an Lebenskraft, Wirkstoffen und Energie enthält. So wie auch ein Samenkorn die Grundlage jedes Lebens darstellt und die gesamte Lebenskraft in sich gespeichert hat. Außerdem enthält es noch weitere Aktivstoffe, die später nicht mehr im „erwachsenen“ Pflanzenmaterial sind. Das hierbei verzehrte Glycerin fällt übrigens mengenmäßig nicht ins Gewicht, es sind nur wenige Tropfen über den Tag verteilt. Einige Lebensmittelhersteller verwenden mehr davon z.B. zum Frischhalten von Brot etc. Dennoch: bitte nur 98 – 100 %-iges Glycerin in Lebensmittel- und möglichst sogar Pharmaqualität verwenden.

Gegenanzeigen:

Bekannte Allergien gegen die entsprechende Pflanze. Auch wenn viele Therapeuten und Quellen davon ausgehen, dass das Allergiepotential von Knospen extrem gering sein soll, raten wir von der Benutzung von Gemmomazeraten der Pflanze, gegen die eine Allergie bekannterweise auftritt dringend ab! Ebenso raten wir von der Herstellung von Gemmomazeraten aus giftigen Pflanzen bzw. Pflanzenteilen ab. Es gibt genügend ungiftige Pflanzen, deren Heilwirkung wir in Form dieser hervorragenden Phytozubereitung genießen dürfen!

Achtung / Aus rechtlichen Gründen

Wer gegen eine Zutat allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden! Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder fragt bitte Euren Arzt um Rat.

Unsere Empfehlungen basieren rein auf Erfahrungswerten und sollen keinesfalls dazu auffordern, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder sogar zu ersetzen. Wir sind weder Mediziner:innen, Heilpraktiker:innen, noch Kosmetiker:innen. Wir weisen daher aus rechtlichen Gründen darauf hin, dass die auf unserem Blog getroffenen Aussagen über die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffe sowie der aufgeführten Rezepte und Anwendungshinweise nur zu Zeitvertreib und Information dienen sollen. Unsere Inhalte (Text und Bild) unterliegen dem Urheberrecht (Copyright). Jede weitere Nutzung unserer Beiträge/Inhalte - auch auszugsweise - bedarf der schriftlichen Zustimmung der Rechteinhaber. Verstöße werden ohne vorherigen Kontakt juristisch verfolgt. Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen geben wir in keiner Weise ab und versprechen auch nichts derartiges. Wer unsere Rezepte oder Empfehlungen nachmacht, tut dies auf eigene Gefahr, wie es rechtlich so schön heißt.

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