Jakobs-Greiskraut * Jacobaea vulgaris, Syn. Senecio jacobaea
Das Jakobs-Kreuzkraut ist eine Pflanze, die auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar erscheint, doch in ihr lauert eine ernsthafte Gefahr für Mensch und Tier. Diese leuchtend gelbe Pflanze ist in der Natur weit verbreitet und wächst besonders gerne auf nährstoffarmen Böden. Wenn Du oft in der Natur unterwegs bist oder Tiere hältst, ist es wichtig, das Jakobs-Kreuzkraut zu kennen und zu wissen, wie man damit umgeht.
Wo findest Du Jakobs-Kreuzkraut?
Jakobs-Greiskraut ist in ganz Europa verbreitet und bevorzugt sonnige, trockene Standorte. Du wirst es häufig auf Weiden, an Straßenrändern, auf Brachflächen und in Dünenlandschaften finden. Die Pflanze kommt auch in Höhenlagen bis zu 2.000 Metern vor. Besonders in Regionen, in denen der Boden eher nährstoffarm ist, kann sich das Jakobs-Kreuzkraut stark ausbreiten.
Wie erkennst Du Jakobs-Kreuzkraut?
Die Pflanze wächst aufrecht und kann eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen. Sie hat fiederteilige Blätter, die leicht fleischig wirken. Die gelben Blüten der Pflanze erscheinen von Juni bis August. Jede Blüte hat in der Regel 13 Zungenblüten, die wie kleine Strahlen von der Mitte aus abgehen. Die Blütenköpfe sind dicht gedrängt und bilden doldenartige Blütenstände. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist der hohle, oft rötlich gefärbte Stängel.
Inhaltsstoffe und ihre Gefahr
Das Jakobs-Greiskraut enthält eine Reihe von Alkaloiden, insbesondere die sogenannten Pyrrolizidinalkaloide (PA). Diese Substanzen sind hochgiftig und können bei Aufnahme durch Mensch und Tier schwere Leberschäden verursachen. Besonders heimtückisch ist, dass diese Alkaloide kumulativ wirken. Das bedeutet, dass auch kleine Mengen, die über längere Zeit hinweg aufgenommen werden, sich im Körper anreichern und schließlich zu schweren Vergiftungen führen können.
Auswirkungen auf Tiere
Für Tiere, besonders für Weidetiere wie Rinder, Pferde und Schafe, stellt Jakobs-Kreuzkraut eine erhebliche Gefahr dar. Wenn Tiere die Pflanze fressen, sei es direkt von der Weide oder über kontaminiertes Heu, können die enthaltenen Giftstoffe zu schweren Leberschäden führen. Häufig werden die Symptome erst viel später sichtbar, wenn die Leberschäden bereits irreversibel sind. Daher ist es besonders wichtig, dass Landwirte und Tierhalter darauf achten, Weideflächen regelmäßig zu kontrollieren und das Jakobs-Kreuzkraut zu entfernen.
Historische Nutzung und heilende Wirkung
In der Vergangenheit wurde Jakobs-Kreuzkraut gelegentlich in der Volksmedizin verwendet. Man nutzte es bei Hautkrankheiten, Wunden oder zur Förderung der Menstruation. Diese Anwendungen basierten auf den entzündungshemmenden Eigenschaften der Pflanze. Doch schon damals war man sich der Gefahren bewusst, und die Verwendung wurde nur sehr vorsichtig und in Ausnahmefällen praktiziert.
Heute ist klar, dass die Risiken die möglichen heilenden Wirkungen bei weitem überwiegen. Die Giftigkeit der Pflanze macht eine medizinische Anwendung nicht nur riskant, sondern unverantwortlich. Wir raten daher ausdrücklich von einer Selbstmedikation ab!
Verwechslungsgefahr: Vorsicht vor Doppelgängern
Jakobs-Kreuzkraut kann leicht mit anderen gelbblühenden Pflanzen verwechselt werden, wie dem Johanniskraut, Rainfarn oder anderen Greiskraut-Arten. Diese Pflanzen sehen ähnlich aus und wachsen oft in den gleichen Lebensräumen. Einige dieser Doppelgänger sind ebenfalls giftig, was die Gefahr einer Verwechslung noch erhöht. Daher solltest Du beim Sammeln von Wildkräutern oder bei der Naturheilkunde besonders vorsichtig sein. Im Zweifel solltest Du ganz auf das Sammeln von Pflanzen verzichten, wenn Du Dir nicht absolut sicher bist.
Maßnahmen zur Entfernung und Prävention
Wenn Du Jakobs-Kreuzkraut in Deinem Garten oder auf Weideflächen entdeckst, ist es ratsam, die Pflanze sicher zu entfernen, sofern sich dort Pferde oder andere Haustiere aufhalten oder das Gras als Heu Verwendung finden soll. Trage dabei unbedingt Handschuhe, um eine Aufnahme der giftigen Substanzen über die Haut zu vermeiden. Die Pflanze sollte vollständig samt Wurzeln ausgegraben werden, da sie sich sonst erneut ausbreiten kann. Entsorge sie sicher, am besten durch Verbrennen oder in einer Mülltonne, die für organische Abfälle vorgesehen ist. Auf keinen Fall solltest Du die Pflanze kompostieren, da die Giftstoffe auch dort weiter bestehen.
Aktuelle Forschung und gesetzliche Regelungen
In der modernen Forschung gibt es immer wieder Studien, die sich mit den Risiken des Jakobs-Kreuzkrauts beschäftigen. Insbesondere wird untersucht, wie die Ausbreitung der Pflanze in landwirtschaftlich genutzten Gebieten eingedämmt werden kann. Auch gesetzlich gibt es in einigen Regionen Regelungen, die Landwirte dazu verpflichten, das Vorkommen von Jakobs-Kreuzkraut zu melden und Maßnahmen zu seiner Entfernung zu ergreifen.
Eine Pflanze, die Du meiden solltest
Jakobs-Kreuzkraut ist eine Pflanze, die Du auf keinen Fall unterschätzen solltest. Ihre Giftigkeit stellt eine erhebliche Gefahr dar, nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen. Auch wenn die Pflanze historisch gesehen manchmal als Heilpflanze genutzt wurde, überwiegen die Risiken bei weitem die möglichen Vorteile. Daher ist es wichtig, das Jakobs-Kreuzkraut zu erkennen, mögliche Doppelgänger zu vermeiden und die Pflanze konsequent zu entfernen, wenn Du sie entdeckst. Nur so kannst Du sicherstellen, dass Du und Deine Tiere vor den Gefahren dieser giftigen Pflanze geschützt seid.
Inhaltsstoffe:
- Pyrrolizidinalkaloide (PA)
- Senecionin
- Seneciphyllin
- Integerrimin
- Retrorsin
- Jacobin
- Jacodin
- Erucifolin
- Flavonoide
- Bitterstoffe
Heilwirkungen:
- entzündungshemmend
- wundheilend
- menstruationsfördernd
- antimikrobiell
Anwendungsgebiete:
- Hautkrankheiten
- Wundheilung
- Menstruationsförderung
- Entzündungshemmung
- traditionelle Volksmedizin
Wir raten von einer Anwendung von Jakobs-Kreuzkraut ausdrücklich ab!

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