Labkräuter Heilpflanzenportraits

Labkräuter Heilpflanzenportraits

Wiesenlabkraut * Klettenlabkraut * Waldmeister

Das Wiesenlabkraut (Galium mollugo) gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) und kommt bei uns am häufigsten vor. Emsig besetzt es Wiesen, ziert Wegränder und siedelt sich gern auch mal in Gärten an. Seine Blätter und zarten Triebe eignen sich prima als Zutat für Wildkräutersalate, -buttern, -salze und – smoothies.

Obwohl es als Heilkraut wenig genutzt wird, hat es doch einige wunderbare Eigenschaften. So ist es beruhigend, blutstillend, entzündungs­­hemmend, krampflösend und nervenstärkend und kann unterstützend eingesetzt werden bei Durchfall, Ekzemen, Geschwüren, Hautproblemen, hohen Cholesterinwerten und Wunden. Verarbeitet werden die oberen Triebe mit Blättchen.

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Labkräuter unterscheiden

Das Klettenlabkraut (Galium aparine) gehört ebenfalls zur Familie der Rötegewächse und kommt wie das Wiesenlabkraut bei uns sehr häufig in Wiesen, an Feldwegen, in Gärten usw. vor. Sein Hauptunterscheidungsmerkmal zum Wiesenlabkraut, Waldmeister und echtem Labkraut ist seine sprichwörtliche Anhänglichkeit. Einmal an Hosenbein oder T-Shirt festgeklettet, hält es sich dort tapfer fest und muss mit etwas Kraft entfernt werden. Es funktioniert wie ein Klettverschluss. Kleine Widerhaken krallen sich an den Fasern von Stoffen fest und fallen selten von selbst wieder ab.

Es kann ebenfalls in Salaten, Kräuterquark, Smoothies, Spinat und Suppe verwendet werden, theoretisch kann man es sogar als pflanzlichen Labersatz für die Herstellung von Käse nutzen. Verwendet werden können die Blätter und jungen Triebe.

Klettenlabkraut wirkt antibakteriell, entgiftend, fiebersenkend und harntreibend und wird unterstützend eingesetzt bei Blasenentzündungen, Harnwegs­­entzündungen, Hautproblemen, Nierenproblemen und Pickeln.

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Und zum Schluss unser heimlicher Liebling, der Waldmeister (Galium odoratum), ebenfalls ein Rötegewächs. Er kommt – wie der Name schon sagt – im Wald vor, genauer gesagt in Laubwäldern. Dort bildet er für gewöhnlich regelrechte Teppiche, die je nach Wetter einen wunderbaren Duft verströmen und ihn dann leicht aufspürbar machen.

Aus dem aromatischen Waldmeister lassen sich Maibowle, Bonbons, Gummibärchen, aromatisierter Zucker, Sirup und noch viel mehr machen. Das ein oder andere Rezept werdet Ihr hier sicher in der nächsten Zeit noch von uns bekommen, wenn Ihr mögt.

Waldmeister schmeckt aber nicht nur köstlich, er wirkt auch noch beruhigend, entspannend, entzündungs­­hemmend, herzstärkend, krampflösend, nervenstärkend und schmerzstillend und wird bei Brandwunden, Erkrankungen der Galle, Herzrasen, Kopfschmerzen, Leberschwäche, Magenkrämpfen, Migräne und Schlafstörungen eingesetzt.

Getrockneter Waldmeister eignet sich auch hervorragend für Kräuterkissen. Sein Duft wirkt beruhigend, entschleunigend und schlaffördernd.

Im Gegensatz zu den anderen beiden beschriebenen Labkräutern, sollte der Waldmeister allerdings wirklich nur in Maßen genossen werden. In größeren Mengen wirkt das enthaltene Cumarin (es wird erst beim Trocknungsvorgang freigesetzt und sorgt für den typischen, süßlichen Duft) schwach giftig und auch in Verbindung mit der Einnahme blutverdünnender Medikamente sollte vom Verzehr von Waldmeister Abstand genommen werden. Nach Ursel Bühring sollte die Einnahme auf 3 g der Droge täglich begrenzt werden (Erwachsene).

Waldmeister sollte man kurz vor bzw. zu Beginn der Blüte ernten, allerdings nicht mehr, wenn er voll erblüht. Dann steigt der Gehalt an Cumarin, was (wenn in größeren Mengen verzehrt) zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen kann.

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Um die 3 besser unterscheiden zu können, haben wir unten Fotos zusammengestellt, die die optischen Unterschiede verdeutlichen sollen. Das Klettenlabkraut erkennt Ihr aber immer ganz sicher an seiner klebenden Eigenschaft, es mit den anderen zu verwechseln, ist daher eigentlich fast unmöglich. Optisch haben unsere Labkräuter aber viele Gemeinsamkeiten, wie eckige Stängel und quirlförmige Blattanordnungen. Auch entwickelt Waldmeister meist erst angetrocknet seinen charakteristischen Duft. Wie also unterscheiden sich – auch vor der Blüte – Wiesenlabkraut und Waldmeister?

Es geht eigentlich schon beim Standort los. Wiesenlabkraut wächst nicht im Wald, wo beinahe kein Sonnenlicht hin kommt und Waldmeister steht nicht auf Wiesen und an sonnenbeschienenen Wegrändern. Waldmeister hat hellere Blätter, Wiesenlabkraut dagegen hat in der Regel ein kräftiges dunkleres Grün. Auch in der Blattform unterscheiden sie sich, wie man auf den Bildern sehen kann. Wir finden, Unterscheidungen sind immer am einfachsten, wenn man direkt vergleichen kann. Wir hoffen, unsere Fotos helfen Euch dabei ein wenig.

Zu diesem Beitrag würde auch das Echte Labkraut (Galium verum) noch passen, zu diesem werden wir allerdings zu gegebener Zeit einen eigenen Beitrag verfassen.

Achtung / Aus rechtlichen Gründen

Wer gegen eine Zutat allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden! Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder fragt bitte Euren Arzt um Rat.

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