Gicht-Salbe

Gicht-Salbe

Gicht Hyperurikämie (Harnsäureüberproduktion)

Es trifft eher Männer als Frauen (und diese dann während oder nach den Wechseljahren, vorher schützt das Hormon Östrogen weitgehend): ein schmerzhafter Gichtanfall. Über Nacht, von Null auf Hundert, wie man so schön sagt, also ohne Vorwarnung tritt er auf. Ohja, der tut richtig weh! Sehr üble Laune begleitet ihn zumeist.

Meist entsteht er im Gelenk des großen Zehs, aber auch die Fingergelenke können betroffen sein. Merkmale eines Gichtanfalls sind: das Gelenk ist heiß, ein oft ständiger, reissender Schmerz tobt darin. Oftmals verfärbt es sich rot oder braun, jeder noch so leichte Druck wie sogar die Bettdecke, die das Gelenk nachts berührt, wird als Verschlechterung empfunden. Das ganze dauert mehrere Tage lang.

Was ist passiert? Im Blut befindet sich zuviel Harnsäure (messbar durch ein Blutbild). Deren Kristalle (Urea, bekannt bei der Salben – und Cremeproduktion als Feuchtigkeitsgeber) lagern sich an den Gelenken ab und verursachen die schmerzhafte Entzündung durch Reibung.

Purinhaltige Lebensmittel wie Fleisch, Innereien, Fisch, Hülsenfrüchte und bestimmte Gemüse wie Spargel und Spinat, tierische Fette, Zucker und Alkohol (Wein, Bier, Schnaps), auch Hefe, sind zumindest während des Anfalls streng verboten und auch später nur noch in Maßen erlaubt. Der Arzt wird eine Ursachenabklärung vornehmen, denn es gibt sowohl die genetisch bedingte (primäre) Hyperurikämie als auch die sekundäre, verursacht durch mehrere Faktoren wie Essensgewohnheiten (sogenannte „Wohlstandskrankheit“), Übergewicht, Alkoholismus oder Medikamenteneinnahme aber auch einer andere Erkrankung. Aus der Hyperurikämie kann sich dann, vor allem wenn nichts dagegen unternommen wird, eine Gicht entwickeln.

In den Schalen der roten Traube ebenso wie in den von Brombeeren, Heidelbeeren oder Kirschen stecken jede Menge Anthocyane. Diese regen die Nierentätigkeit an und fördern damit den Abbau des Harnsäurespiegels. Daher sollte man, aber erst nach dem Abklingen eines akuten Gichtanfalls, bei Wein unbedingt dunkelroten Wein, eventuell auch Fruchtwein aus Sauerkirschen, Brom- oder Heidelbeeren bevorzugen (aber nur in Maßen, ein gelegentliches Glas wird meistens erlaubt!).

In Absprache mit dem Arzt und als begleitende Maßnahme sind Kräuter nebst einer meist basischen Kost eine wirkliche Hilfe. Die Harnausscheidung soll gefördert werden, Nieren und Leber gestärkt, die Entgiftung angeregt (neben purinarmer Kost).

Das Gichtkraut schlechthin ist unser vielgeschmähter, in Gärten eher unbeliebter Giersch. Früher wurde er als Zipperleinskraut und Podagrakraut im Volksmund genannt. Man verwendete ihn als Heilpflanze gegen Erkrankungen wie Arthrose, Arthritis, Gicht und Rheuma. Er stand in dem Ruf, entzündungshemmend, entkrampfend, schmerzlösend, entgiftend und blutreinigend zu wirken. Giersch eignet sich gut bei den aufgeführten Leiden in Form von Kräutersuppe, Gierschspinat oder auch Pesto. Am besten schmeckt er bis zu seiner Blüte, danach kann man ihn zwar noch essen, aber er wird dann bitterer (vor allem die Stiele, evtl. dann entfernen) und kann abführend wirken. Da seine überlieferten Heilwirkungen nicht wissenschaftlich bewiesen wurden (warum auch, er wächst ja überall und könnte nicht gerade gewinnbringend vermarktet werden), wird er heute im Arzneibuch nicht mehr genannt.

Weiterhin günstig auf Gicht & Co. wirken sich Brennnessel und Löwenzahn aus. Auch sie haben bekanntlich blutreinigende, entsäuernde, entgiftende und leber- sowie nierenstärkende Eigenschaften. Daher kommen sie ebenfalls in unsere Heilsalbe. Doch auch sie sollten im Frühjahr den Speiseplan in Form von Salat (junge Löwenzahnblätter), Suppe, Gemüse etc. ergänzen.

Die grüne Gichtsalbe eignet sich zur Behandlung von schmerzhaften Gelenken bei einem Gichtanfall, aber auch bei Rheuma oder Arthrose. Auch als ein dicker Salbenwickel z.B. über Nacht aufgetragen, wirkt sie hervorragend!

Zutaten für 200 ml Gichtsalbe:

Ätherische Öle nach Belieben (maximal 40 Tropfen insgesamt):

Gicht-Salbe
Warmauszug im Salbenöfchen von Friederike Gräbner Keramik

Die Wildkräuter und ggfls. Wurzeln sauber verlesen, nach Wunsch waschen bzw. bürsten und gründlich trocknen. Danach klein hacken. Mit dem Olivenöl im Wasserbad (oder im Salbenöfchen) bei maximal 60 Grad ausziehen. Dabei wird eine Dauer von 2-3 Tagen empfohlen, mit länger andauernden Abkühlungsphasen, so dass etwa 20 Stunden lang das Kräuteröl erwärmt wurde. Nach der letzten Abkühlphase durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter abfiltern (kann mehrere Stunden dauern).

Gicht-Salbe
Filtern des Ölauszuges

Sobald das Öl gefiltert ist, kann es weitergehen: Das Bienenwachs im Klettenwurzelöl (oder Ringelblumenmazerat) im Wasserbad zum Schmelzen bringen. Das frische Kräuteröl zugeben und rühren, bis alles klar ist. Aus dem Wasserbad bzw. vom Salbenöfchen nehmen und etwas abkühlen lassen.

Bevor die Salbe eindickt, ätherische Öle, wenn gewünscht, sowie das Vitamin E hinein tropfen. Gründlich rühren, danach in mehrere saubere und trockene Salbendosen abfüllen.

Kühl und dunkel gelagert hält sich diese Salbe bis zu einem Jahr bzw. bis zum Ablauf des kürzesten MHD der Zutaten.

Wie immer bitte erst auf Verträglichkeit testen vor der Verwendung. Die Heilsalbe ist nur für Erwachsene gedacht.

Achtung / Aus rechtlichen Gründen

Wer gegen eine Zutat allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden! Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder fragt bitte Euren Arzt um Rat.

Unsere Empfehlungen basieren rein auf Erfahrungswerten und sollen keinesfalls dazu auffordern, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder sogar zu ersetzen. Wir sind weder Mediziner:innen, Heilpraktiker:innen, noch Kosmetiker:innen. Wir weisen daher aus rechtlichen Gründen darauf hin, dass die auf unserem Blog getroffenen Aussagen über die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffe sowie der aufgeführten Rezepte und Anwendungshinweise nur zu Zeitvertreib und Information dienen sollen. Unsere Inhalte (Text und Bild) unterliegen dem Urheberrecht (Copyright). Jede weitere Nutzung unserer Beiträge/Inhalte - auch auszugsweise - bedarf der schriftlichen Zustimmung der Rechteinhaber. Verstöße werden ohne vorherigen Kontakt juristisch verfolgt. Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen geben wir in keiner Weise ab und versprechen auch nichts derartiges. Wer unsere Rezepte oder Empfehlungen nachmacht, tut dies auf eigene Gefahr, wie es rechtlich so schön heißt.

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