Bohnenkraut Heilpflanzenportrait

Bohnenkraut Heilpflanzenportrait

Berg-Bohnenkraut * Winter-Bohnenkraut * Satureja montana * Sommer-Bohnenkraut * Satureja hortensis

Bohnenkraut ist ein vielseitiges Kraut, das in keiner Küche fehlen sollte. Ob Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) oder Berg- bzw. Winter-Bohnenkraut (Satureja montana), beide Varianten haben ihren festen Platz in der Kräuterwelt. In diesem Blogbeitrag erfährst Du alles Wichtige über diese aromatischen Pflanzen: wo Du sie findest, welche Inhaltsstoffe sie enthalten, wie sie heilend wirken und wofür Du sie anwenden kannst. Außerdem gebe ich Dir Tipps zum Sammeln und warne vor möglichen Doppelgängern. Ein Blick in die Geschichte zeigt Dir, wie lange es schon geschätzt wird, und konkrete Anwendungsbeispiele sowie Hinweise zur Lagerung und Gartenanbau runden das Ganze ab.

Wo Du Bohnenkraut findest

Sommer-Bohnenkraut ist ein einjähriges Kraut, das ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum stammt. Es gedeiht gut in warmen, sonnigen Lagen und ist häufig in Gärten oder Kräuterbeeten zu finden. Auch in freier Natur kannst Du es an trockenen, gut durchlässigen Standorten antreffen, wie auf mageren Wiesen oder an Wegrändern.

Winter- oder Berg-Bohnenkraut hingegen ist mehrjährig und robuster. Es stammt aus den Gebirgsregionen Südeuropas und wächst auch in höheren Lagen. Du findest es in steinigen, kalkhaltigen Böden und an sonnenverwöhnten Hängen. Es ist widerstandsfähiger gegen Kälte und kann daher auch den Winter überstehen.

Inhaltsstoffe

Beide Varianten enthalten ätherische Öle, die für den intensiven Duft und Geschmack verantwortlich sind. Im Sommer-Bohnenkraut dominieren Thymol und Carvacrol, während im Winter-Bohnenkraut höhere Anteile von Geraniol und Borneol vorkommen. Zusätzlich sind Tannine, Flavonoide und Bitterstoffe enthalten, die für ihre gesundheitlichen Wirkungen bekannt sind.

Heilwirkungen und Anwendungsgebiete

Es hat nicht nur in der Küche seinen festen Platz, sondern wird auch in der Naturheilkunde geschätzt. Es wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und verdauungsfördernd. Besonders bei Magen-Darm-Beschwerden kann es lindernd wirken. Tee aus ihm hilft gegen Blähungen und Völlegefühl. Auch bei Erkältungen und Halsschmerzen wird es als Hausmittel eingesetzt, da die ätherischen Öle das Abhusten erleichtern und die Atemwege beruhigen.

Für äußerliche Anwendungen kann es in Form von Umschlägen oder Bädern genutzt werden, um Hautentzündungen zu lindern oder Wunden zu desinfizieren. Ein Beispiel: Bei Magenbeschwerden kannst Du einen Tee aus einem Teelöffel getrocknetem Sommer-Bohnenkraut auf eine Tasse heißes Wasser zubereiten. Lass den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen und trinke ihn langsam.

Bohnenkraut sammeln: Darauf musst Du achten

Wenn Du Bohnenkraut selbst sammeln möchtest, solltest Du einige Punkte beachten. Sommer-Bohnenkraut erntest Du am besten während der Blütezeit, von Juni bis September. Schneide die oberen Triebe ab und lasse die Pflanze nach Möglichkeit weiterwachsen, um erneut ernten zu können. Winter-Bohnenkraut kann ganzjährig geerntet werden, doch auch hier ist die Blütezeit die beste Erntezeit.

Achte darauf, die Pflanzen an sauberen, unverschmutzten Standorten zu sammeln, fernab von Straßen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen, die mit Pestiziden belastet sein könnten. Da Bohnenkraut ähnliche Blätter und Blüten wie Thymian hat, besteht die Gefahr, es zu verwechseln. Der Geschmack hilft Dir hier: Bohnenkraut ist schärfer und weniger intensiv im Kampfer-Duft als Thymian.

Gartenanbau von Bohnenkraut

Wenn Du es selbst anbauen möchtest, sind einige Tipps hilfreich. Sommer-Bohnenkraut bevorzugt lockere, gut durchlässige Böden und einen sonnigen Standort. Es kann im Frühjahr ausgesät und im Sommer geerntet werden. Winter-Bohnenkraut hingegen ist pflegeleichter und übersteht auch kalte Winter. Es bevorzugt ebenfalls sonnige Lagen und gedeiht am besten auf kalkhaltigen, steinigen Böden. Beide Arten können im Garten oder in Töpfen auf dem Balkon angebaut werden. Regelmäßiges Schneiden fördert das buschige Wachstum und verlängert die Erntezeit.

Lagerung und Haltbarkeit von Bohnenkraut

Frisch geerntet kann es in feuchtem Küchenpapier eingewickelt und im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es bis zu einer Woche frisch bleibt. Zum Trocknen hängst Du die geschnittenen Zweige kopfüber an einem trockenen, schattigen Ort auf. Getrocknet behält es für mehrere Monate sein Aroma und sollte in einem luftdichten Behälter aufbewahrt werden. Auch Einfrieren ist eine Möglichkeit: Schneide das frische Kraut klein und friere es in Eiswürfelformen mit Wasser ein.

Eventuelle Nebenwirkungen

Es gilt allgemein als sicher in der Anwendung. Bei übermäßigem Konsum können jedoch Verdauungsbeschwerden auftreten. Menschen mit empfindlicher Haut sollten bei der äußerlichen Anwendung vorsichtig sein, da die ätherischen Öle Hautreizungen verursachen können. Schwangere Frauen sollten größere Mengen des Krauts meiden, da es möglicherweise wehenfördernd wirken kann.

Historische Bedeutung und Nutzung

Es hat eine lange Tradition in der europäischen Küche und Heilkunde. Schon die Römer nutzten es, um ihre schweren Fleischgerichte bekömmlicher zu machen. Im Mittelalter war es ein beliebtes Mittel gegen Darmparasiten und wurde als schützendes Kraut in Gärten angepflanzt. Auch als Aphrodisiakum fand es seinen Platz in alten Kräuterbüchern.

In der modernen Küche wird es besonders gern zu Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen verwendet, da es die Verdauung fördert und das typische „Bohnen-Aroma“ perfekt ergänzt. Auch in Eintöpfen, Suppen und Fleischgerichten ist es ein echter Geschmacksverstärker.

Es ist ein vielseitiges und nützliches Kraut, das Du sowohl in der Küche als auch in der Hausapotheke einsetzen kannst. Egal, ob Du es selbst sammelst oder im Garten anbaust, es bereichert Deine Gerichte und kann gleichzeitig Dein Wohlbefinden unterstützen. Mit den richtigen Tipps zur Lagerung und Anwendung hast Du lange Freude an diesem aromatischen Kraut. Halte beim nächsten Spaziergang die Augen offen – vielleicht entdeckst Du ja das eine oder andere Exemplar in freier Natur.

Inhaltsstoffe:

  • Thymol
  • Carvacrol
  • Geraniol
  • Borneol
  • Tannine
  • Flavonoide
  • Bitterstoffe
  • Rosmarinsäure
  • Zimtsäure
  • Linalool

Heilwirkungen:

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • verdauungsfördernd
  • blähungslindernd
  • antiseptisch
  • hustenlösend
  • krampflösend
  • immunsystemstärkend
  • antioxidativ
  • appetitanregend

Anwendungsgebiete:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Blähungen
  • Erkältungen
  • Halsschmerzen
  • Verdauungsstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Hautentzündungen
  • Wunddesinfektion
  • Kräutertee
  • Gewürz für Hülsenfrüchte und Fleischgerichte
Bohnenkraut Heilpflanzenportrait

Kräuterkarte zum privaten Runterladen, Speichern und Teilen. Die Karte darf nicht kommerziell genutzt und nicht verändert werden.

Du hast Fragen zum Beitrag? In unserem exklusiven Forum kannst Du uns direkt fragen: Forum
Du möchtest unseren täglichen Beitrag nicht verpassen? Dann folge unserem WhatsApp-Kanal.

Achtung / Aus rechtlichen Gründen

Unsere Empfehlungen basieren rein auf Erfahrungswerten und sollen keinesfalls dazu auffordern, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder sogar zu ersetzen. Wir sind weder Mediziner:innen, Heilpraktiker:innen, noch Kosmetiker:innen. Wir weisen daher aus rechtlichen Gründen darauf hin, dass die auf unserem Blog getroffenen Aussagen über die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffe sowie der aufgeführten Rezepte und Anwendungshinweise nur zu Zeitvertreib und Information dienen sollen. Unsere Inhalte (Text und Bild) unterliegen dem #Urheberrecht (Copyright). Jede weitere Nutzung unserer Beiträge/Inhalte - auch auszugsweise - bedarf der schriftlichen Zustimmung der Rechteinhaber. Verstöße werden ohne vorherigen Kontakt juristisch verfolgt. Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen geben wir in keiner Weise ab und versprechen auch nichts derartiges. Wer unsere Rezepte oder Empfehlungen nachmacht, tut dies auf eigene Gefahr, wie es rechtlich so schön heißt.

Schreibe einen Kommentar

Unsere Partner