Fumaria officinalis
Unsere heutige Heilpflanze, Gemeiner Erdrauch, hat ihren Namen alten Sagen und Mythen zu verdanken. Denn angeblich lösen sich Hexen und Zauberer durch ihn einfach in Rauch auf und verziehen sich in die Erde. Auch konnte man mit seiner Hilfe angeblich die Geister Verstorbener zu Hilfe rufen. Zum Räuchern wurde Erdrauch auch genutzt, was ihm dann den Namen Fumaria, zu Deutsch Rauch, einbrachte.
Der Zusatz „officinalis“ zeigt an, dass er als Heilpflanze einmal recht bedeutsam war. Heute trifft man ihn in der Volksheilkunde nur noch selten an, dennoch wollen wir ihn einmal vorstellen.
Das einjährige, unscheinbare aber bei näherer Betrachtung sehr filigrane und hübsche Pflänzlein blüht mitunter sehr ausdauernd von Mai bis in den November. Zu finden ist der gemeine Erdrauch meist am Weg- oder Feldrand und man findet ihn meist erst, wenn man ganz genau hinschaut. Durch seine fein gefiederten Blätter und den zarten filigranen traubigen Blütenstand ist er beinah unsichtbar neben all den starken Wegerichen, Kamillen und sonstigen Kräutern am Feldrand.
Gemäß der Kommission E ist die Droge (also das getrocknete Kraut) einzusetzen zur Behandlung von krampfartigen Beschwerden der Gallenblase, der Gallenwege und des Magen-Darm-Traktes.
Historische Bedeutung und Anwendung
Der Gemeine Erdrauch, auch Erdrauchkraut genannt, hat eine lange Geschichte in der traditionellen Medizin und Volksheilkunde. Bereits in der Antike wurde die Pflanze wegen ihrer vielfältigen Heilwirkungen geschätzt. Der griechische Arzt Dioskurides und der römische Naturforscher Plinius der Ältere erwähnten den Erdrauch in ihren Schriften und beschrieben seine Verwendung zur Linderung von Augenleiden und Hautkrankheiten.
Im Mittelalter war er fester Bestandteil der Klostermedizin. Die heilkundigen Mönche und Nonnen nutzten ihn vor allem wegen seiner entgiftenden und blutreinigenden Eigenschaften. In dieser Zeit wurde er häufig als Mittel gegen Gelbsucht, Leberleiden und Hautprobleme eingesetzt. Der Name „Erdrauch“ leitet sich vermutlich von der Eigenschaft der Pflanze ab, beim Verbrennen einen rauchähnlichen Geruch zu verbreiten, der an Rauch erinnert, der aus der Erde aufsteigt.
Die Heilpflanze enthält zahlreiche bioaktive Inhaltsstoffe, darunter Alkaloide wie Fumarin, die die medizinische Wirkung unterstützen. Diese Substanzen wirken krampflösend, fördern die Gallensekretion und können die Verdauung anregen. Die blutreinigende Wirkung des Erdrauchs machte ihn besonders bei Frühjahrskuren beliebt, um den Körper nach dem Winter zu reinigen und zu vitalisieren.
Neben der medizinischen Verwendung fand er auch in der Volksmagie Verwendung. So wurde er in Räucherritualen verwendet, um böse Geister zu vertreiben und das Haus vor negativen Einflüssen zu schützen. Die Pflanze galt als Symbol der Reinigung und Erneuerung.
In der modernen Phytotherapie wird er nach wie vor geschätzt. Er findet sich in verschiedenen pflanzlichen Präparaten und Teemischungen, die zur Unterstützung der Leber- und Gallenfunktion sowie zur allgemeinen Entgiftung des Körpers eingesetzt werden. Trotz des wissenschaftlichen Fortschritts zeugt die traditionelle Verwendung des Erdrauchs von seiner historischen Bedeutung und der tief verwurzelten menschlichen Erfahrung mit Heilpflanzen.
Inhaltsstoffe Gemeiner Erdrauch:
- Benzylisochinolin-Alkaloide
- Scoulerin
- Protopin (Fumarin)
- Fumaricin
- Fumarsäure
- Caffeoyläpfelsäure
- Flavonoide
- Protopin
- Sinactin
- Cryptopin
Heilwirkungen:
Anwendungsgebiete:
Die im gemeinen Erdrauch enthaltenen Alkaloide können in erhöhter Dosis allerdings zu Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen führen, weshalb wir von der Selbstmedikation abraten und empfehlen, sich immer individuell in der Apotheke beraten zu lassen.






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