Rotbuche Gemmotherapie

Rotbuche Gemmotherapie

Fachs sylvatica * Knospenwoche

Nicht „einfach eine weitere Buche“ sondern „DIE“ Buche ist die Rotbuche. Mit der Hainbuche, die wir am Tag 7 unserer Knospenwoche vorstellen werden, hat sie zwar eine starke Ähnlichkeit, ist aber nicht verwandt und hat dementsprechend wieder einen ganz anderen Wirkungskreis. Ihre Blätter sind glatter und glänzend, nicht gezahnt (siehe Bild, Winterfärbung), eher wellig, was eine Unterscheidung leicht macht. Im Herbst wechselt die Blattfarbe vom satten grün über gelb, orange bis hin zum rotbraun, danach fällt es ab.

Rotbuche Gemmotherapie
Rotbuche Blätter und Samenkapseln

Bereits vor mehreren tausend Jahren bewuchsen dichte Buchenwälder das alte Germanien. Wenig Licht nur ließen (und lassen) die dicht beblätterten hohen Bäume zum Boden hindurch, was die römischen Soldaten ebenfalls wie andere Feinde unserer kämpferischen Vorfahren nicht gerade erfreute. Das zahlreiche Laub braucht mehrere Jahre, bis es zerfällt und den fruchtbaren Mutterboden für viele kleine Buchennachkömmlinge bildet. Bucheckern, ihre Nüsse, waren oft eine willkommene Nahrungsquelle (wegen Blausäure unbedingt anrösten!) für die Menschen, Eichhörnchen flitzen während der Erntezeit gerne umher und sammeln sie ein. Die Rotbuche ist in Europa beheimatet und dort auch immer noch zahlreich vertreten. Das extrem harte Holz wird sehr geschätzt. Ein altes Rezept für die Blätter ist übrigens der Buchenlikör, der seine Liebhaber auch heute noch findet.

Denkt bitte daran: nur wenige Knospen pro Baum bzw. Ast, Ihr braucht für einen normalen Jahresvorrat nur wenige Gramm davon. Die Verwendung der Rotbuche zu Heilzwecken ist nicht sehr geläufig, doch die Gemmotherapie nutzt ihn als wichtiges Mazerat.

Rotbuche Gemmotherapie
Rotbuchen-Knospen

Einsatzgebiete:

Das Gemmomazerat wird mit den spindelförmigen, gelb- bis dunkelbraunen, spiralig geschuppten Knospen dieser „Mutter des Waldes“ hergestellt. Je nach Region sind die frischen Knospen zwischen Ende Februar und März zum Sammeln bereit. Wir sammeln die Knospen natürlich wieder nur erlaubterweise, wenn es nicht unsere eigenen Pflanzen sind, und in einem möglichst naturbelassenen Umfeld! Die gesammelten Knospen müssen unbedingt schnell innerhalb weniger Stunden verarbeitet werden, um ihr Potential zu nutzen!

Rotbuche Gemmotherapie
Gemmomazerat mit Rotbuchen-Knospen

Inhaltsstoffe:

Herstellung der Urtinktur:

  • 5-10 g frisch gepflückte Knospen der Rotbuche
  • 10 ml Glycerin, pflanzlich (in Pharmaqualität)
  • 70 ml Weingeist, 70 Vol. %

Glycerin und Weingeist gründlich mischen. Die Knospen fein hacken oder mit dem Mörser stoßen. In ein Schraubglas geben, mit der Glyzerin-Alkoholmischung übergießen, umrühren. 3 bis 4 Wochen lang dunkel ziehen lassen, täglich gut schwenken. Danach klar filtern (Sieb, danach Tuch oder Filter), in ein dunkles Gläschen abfüllen und kühl und besonders dunkel lagern.

Weiterverarbeitung:
Die Urtinktur wird nun zu einem Gemmotherapeutikum weiterverarbeitet (am besten immer bei Bedarf frisch anmischen). Das erhaltene Mazerat mit 90 ml pflanzlichem Glycerin und 90 ml 70 %igem Trinkalkohol verdünnen. Davon bei Bedarf 50 ml in eine Sprühflasche füllen und verwenden.

Anwendung:
Bei Bedarf nimmt man davon mehrmals täglich zwischen 1 und 3 Tropfen bzw. 1 bis 3 Sprühstöße, auf der Zunge zergehen lassen (schmeckt bitter-süß), also nicht sofort schlucken, das Mazerat wird über die Mundschleimhäute aufgenommen. 10 bis 15 Minuten davor und danach sollte man idealerweise weder etwas essen noch trinken.

Allgemeine Infos zur Gemmotherapie:

Diese spezielle Art der Phytotherapie wurde 2011 in das Europäische Arzneibuch mit aufgenommen (das Herstellverfahren mit Glycerin und Alkohol). Als „Erfinder“ gilt der Franzose Henry Pol. Hier wird vorausgesetzt, dass das Embryonalgewebe, als das die Knospen und Baby-Triebspitzen bezeichnet werden sowie die daraus gefertigte Phytomedizin in dieser Wachstumsphase die höchste Menge an Lebenskraft, Wirkstoffen und Energie enthält. So wie auch ein Samenkorn die Grundlage jedes Lebens darstellt und die gesamte Lebenskraft in sich gespeichert hat. Außerdem enthält es noch weitere Aktivstoffe, die später nicht mehr im „erwachsenen“ Pflanzenmaterial sind. Das hierbei verzehrte Glycerin fällt übrigens mengenmäßig nicht ins Gewicht, es sind nur wenige Tropfen über den Tag verteilt. Einige Lebensmittelhersteller verwenden mehr davon z.B. zum Frischhalten von Brot etc. Dennoch: bitte nur 98 – 100 %-iges Glycerin in Lebensmittel- und möglichst sogar Pharmaqualität verwenden.

Gegenanzeigen:

Bekannte Allergien gegen die entsprechende Pflanze. Auch wenn viele Therapeuten und Quellen davon ausgehen, dass das Allergiepotential von Knospen extrem gering sein soll, raten wir von der Benutzung von Gemmomazeraten der Pflanze, gegen die eine Allergie bekannterweise auftritt dringend ab! Ebenso raten wir von der Herstellung von Gemmomazeraten aus giftigen Pflanzen bzw. Pflanzenteilen ab. Es gibt genügend ungiftige Pflanzen, deren Heilwirkung wir in Form dieser hervorragenden Phytozubereitung genießen dürfen!

Achtung / Aus rechtlichen Gründen

Unsere Empfehlungen basieren rein auf Erfahrungswerten und sollen keinesfalls dazu auffordern, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder sogar zu ersetzen. Wir sind weder Mediziner:innen, Heilpraktiker:innen, noch Kosmetiker:innen. Wir weisen daher aus rechtlichen Gründen darauf hin, dass die auf unserem Blog getroffenen Aussagen über die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffe sowie der aufgeführten Rezepte und Anwendungshinweise nur zu Zeitvertreib und Information dienen sollen. Unsere Inhalte (Text und Bild) unterliegen dem #Urheberrecht (Copyright). Jede weitere Nutzung unserer Beiträge/Inhalte - auch auszugsweise - bedarf der schriftlichen Zustimmung der Rechteinhaber. Verstöße werden ohne vorherigen Kontakt juristisch verfolgt. Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen geben wir in keiner Weise ab und versprechen auch nichts derartiges. Wer unsere Rezepte oder Empfehlungen nachmacht, tut dies auf eigene Gefahr, wie es rechtlich so schön heißt.

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