Hainbuche Gemmotherapie

Hainbuche Gemmotherapie

Carpinus betulus * Knospenwoche

Gerade weil wir so gerne mit ihrem Holz heizen, ist die Hainbuche bei uns in fast jedem Wald anzutreffen. Man kann sie sehr einfach an der sehr glatten Rinde erkennen, die oft weiße Flecken aufweist, welche von einem Rindenpilz stammen. Ihre markanten Blätter sind gezahnt im Gegenatz zu den glatten Blatträndern der Rotbuche.

Denkt bitte daran: nur wenige Knospen pro Baum bzw. Ast, Ihr braucht für einen normalen Jahresvorrat nur wenige Gramm davon. In der Volksheilkunde hat bereits Hildegard von Bingen die Rinde der Hainbuche zur Bekämpfung der Vitigilo (Weißfleckenkrankheit) genutzt, ebenso wurde der Absud der Rinde äußerlich zur Wundheilung und innerlich bei Blasenentzündung an.

Einsatzgebiete:

  • Beschwerden der oberen Atemwege und Bronchien
  • zur Erhöhung der Thrombozytenzahl
  • bei Erkrankungen der Leber mit erhöhtem Cholesterin und rheumatoide Arthritis

Das Gemmomazerat wird mit den grün- bis dunkelbraunen, geschuppten Knospen hergestellt. Je nach Region sind die frischen Knospen zwischen Ende Februar und März zum Sammeln bereit. Wir sammeln die Knospen natürlich wieder nur erlaubterweise, wenn es nicht unsere eigenen Pflanzen sind, und in einem möglichst naturbelassenen Umfeld! Die gesammelten Knospen müssen unbedingt schnell innerhalb weniger Stunden verarbeitet werden, um ihr Potential zu nutzen!

Inhaltsstoffe:

Herstellung der Urtinktur:

  • 5-10 g frisch gepflückte Knospen der Hainbuche
  • 10 ml Glycerin, pflanzlich (in Pharmaqualität)
  • 70 ml Weingeist, 70 Vol. %

Glycerin und Weingeist gründlich mischen. Die Knospen fein hacken oder mit dem Mörser stoßen. In ein Schraubglas geben, mit der Glycerin-Alkoholmischung übergießen, umrühren. 3 bis 4 Wochen lang dunkel ziehen lassen, täglich gut schwenken. Danach klar filtern (Sieb, danach Tuch oder Filter), in ein dunkles Gläschen abfüllen und kühl und besonders dunkel lagern.

Weiterverarbeitung:
Die Urtinktur wird nun zu einem Gemmotherapeutikum weiterverarbeitet (am besten immer bei Bedarf frisch anmischen). Das erhaltene Mazerat mit 90 ml pflanzlichem Glycerin und 90 ml 70 %igem Trinkalkohol verdünnen. Davon bei Bedarf 50 ml in eine Sprühflasche füllen und verwenden.

Anwendung:
Bei Bedarf nimmt man davon mehrmals täglich zwischen 1 und 3 Tropfen bzw. 1 bis 3 Sprühstöße, auf der Zunge zergehen lassen (schmeckt bitter-süß), also nicht sofort schlucken, das Mazerat wird über die Mundschleimhäute aufgenommen. 10 bis 15 Minuten davor und danach sollte man idealerweise weder etwas essen noch trinken.

Auch bei unseren Gemmomazeraten gilt: erst auf Verträglichkeit testen! Auch sollte immer bedacht werden, dass in den so zart aussehenden Knospen sprichwörtlich die geballte Kraft der Pflanze enthalten ist. Viel ist hier in jedem Fall zu viel. Gemmotinkturen sind hochkonzentriert und es reichen innerlich wie äußerlich wenige Tropfen verdünnt in Wasser, Alkohol oder Tee – ganz nach Vorliebe und Einsatzbereich, um eine Wirkung zu erreichen (siehe auch Einnahme).

Allgemeine Infos zur Gemmotherapie:

Diese spezielle Art der Phytotherapie wurde 2011 in das Europäische Arzneibuch mit aufgenommen (das Herstellverfahren mit Glycerin und Alkohol). Als „Erfinder“ gilt der Franzose Henry Pol. Hier wird vorausgesetzt, dass das Embryonalgewebe, als das die Knospen und Baby-Triebspitzen bezeichnet werden sowie die daraus gefertigte Phytomedizin in dieser Wachstumsphase die höchste Menge an Lebenskraft, Wirkstoffen und Energie enthält. So wie auch ein Samenkorn die Grundlage jedes Lebens darstellt und die gesamte Lebenskraft in sich gespeichert hat. Außerdem enthält es noch weitere Aktivstoffe, die später nicht mehr im „erwachsenen“ Pflanzenmaterial sind. Das hierbei verzehrte Glycerin fällt übrigens mengenmäßig nicht ins Gewicht, es sind nur wenige Tropfen über den Tag verteilt. Einige Lebensmittelhersteller verwenden mehr davon z.B. zum Frischhalten von Brot etc. Dennoch: bitte nur 98 – 100 %-iges Glycerin in Lebensmittel- und möglichst sogar Pharmaqualität verwenden.

Gegenanzeigen:

Bekannte Allergien gegen die entsprechende Pflanze. Auch wenn viele Therapeuten und Quellen davon ausgehen, dass das Allergiepotential von Knospen extrem gering sein soll, raten wir von der Benutzung von Gemmomazeraten der Pflanze, gegen die eine Allergie bekannterweise auftritt dringend ab! Ebenso raten wir von der Herstellung von Gemmomazeraten aus giftigen Pflanzen bzw. Pflanzenteilen ab. Es gibt genügend ungiftige Pflanzen, deren Heilwirkung wir in Form dieser hervorragenden Phytozubereitung genießen dürfen!

Achtung / Aus rechtlichen Gründen

Wer gegen eine Zutat allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden! Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder fragt bitte Euren Arzt um Rat.

Unsere Empfehlungen basieren rein auf Erfahrungswerten und sollen keinesfalls dazu auffordern, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder sogar zu ersetzen. Wir sind weder Mediziner:innen, Heilpraktiker:innen, noch Kosmetiker:innen. Wir weisen daher aus rechtlichen Gründen darauf hin, dass die auf unserem Blog getroffenen Aussagen über die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffe sowie der aufgeführten Rezepte und Anwendungshinweise nur zu Zeitvertreib und Information dienen sollen. Unsere Inhalte (Text und Bild) unterliegen dem Urheberrecht (Copyright). Jede weitere Nutzung unserer Beiträge/Inhalte - auch auszugsweise - bedarf der schriftlichen Zustimmung der Rechteinhaber. Verstöße werden ohne vorherigen Kontakt juristisch verfolgt. Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen geben wir in keiner Weise ab und versprechen auch nichts derartiges. Wer unsere Rezepte oder Empfehlungen nachmacht, tut dies auf eigene Gefahr, wie es rechtlich so schön heißt.

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