Bitterliebe Stoffwechsel Komplex im Test: Was können die Kapseln wirklich?

Bitterliebe Stoffwechsel Komplex im Test: Was können die Kapseln wirklich?

Inhaltsstoffe, Wirkung und 4-Wochen-Praxistest

„Den Stoffwechsel ankurbeln“ – kaum ein Satz begegnet uns rund ums Abnehmen häufiger. Der Stoffwechsel soll schneller laufen, die Fettverbrennung auf Hochtouren kommen und die ungeliebten Reserven möglichst bereitwillig verschwinden. Das klingt wunderbar einfach. Unser Körper ist allerdings kein Motor, bei dem wir nur den richtigen Zusatz in den Tank kippen müssen.

Umso interessanter fanden wir den Bitterliebe Stoffwechsel Komplex. Hinter dem Namen verbirgt sich nämlich eine ziemlich umfangreiche Rezeptur: Cholin und Zink treffen auf Grüntee, grüne Kaffeebohnen, Bittermelone, Bitterorange, Grapefruit, Zimt, Curcuma, Mariendistel, Ginseng, Guave, Kelp und Chili. Hinzu kommen mehrere B-Vitamine.

Ich habe die Kapseln vier Wochen lang selbst getestet. Das Produkt kam dabei nicht am Anfang meiner Abnehmreise ins Spiel, sondern mitten hinein: Insgesamt habe ich inzwischen 18 Kilogramm abgenommen. Die Kapseln begleiten mich mittlerweile auf diesem Weg und nach den ersten vier Wochen steht für mich fest, dass ich sie weiterverwenden möchte.

Eines ist mir dabei besonders wichtig: Meine 18 Kilogramm Gewichtsverlust sind nicht das Ergebnis dieser Kapseln. Ich habe bereits vor dem Test abgenommen und meine Gewichtsabnahme beruht auf meinem gesamten Lebensstil und insbesondere auf Ernährung und Bewegung. Ein Nahrungsergänzungsmittel kann diesen Prozess begleiten, aber kein Kaloriendefizit ersetzen.

Genau mit diesem Unterschied zwischen persönlicher Erfahrung, physiologisch sinnvollen Inhaltsstoffen und großen Stoffwechselversprechen beschäftigen wir uns in diesem Artikel.

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Bitterliebe Stoffwechsel Komplex im Test: Was können die Kapseln wirklich?

Was bedeutet „Stoffwechsel anregen“ eigentlich?

Bevor wir uns die Kapseln ansehen, müssen wir einen Begriff entwirren. Denn „Stoffwechsel“ wird im Alltag häufig beinahe synonym mit „Kalorien verbrennen“ verwendet.

Biologisch ist der Stoffwechsel, auch Metabolismus genannt, viel umfassender. Er bezeichnet die Gesamtheit der chemischen Reaktionen, die in unserem Körper stattfinden. Wir bauen Kohlenhydrate ab, speichern und mobilisieren Fette, bilden Proteine, produzieren Hormone, erneuern Zellbestandteile und gewinnen ständig Energie.

Es gibt also keinen einzelnen Stoffwechselschalter, den wir von „langsam“ auf „schnell“ stellen könnten.

Auch Fettstoffwechsel und Fettverbrennung sind nicht dasselbe. Zum Fettstoffwechsel gehören Aufnahme, Transport, Speicherung, Aufbau und Abbau von Lipiden. Wenn Cholin zu einem normalen Fettstoffwechsel beiträgt, bedeutet das deshalb etwas anderes als die Aussage, Cholin lasse Körperfett verschwinden.

Diese Unterscheidung ist für die Bewertung des Bitter Stoffwechsel Komplexes entscheidend.

Wie gut ist die Wirkung wissenschaftlich belegt?

Die wissenschaftliche Einordnung fällt bei diesem Produkt sehr unterschiedlich aus.

Einige enthaltene Mikronährstoffe besitzen gut belegte physiologische Funktionen. Cholin trägt zu einem normalen Fettstoffwechsel bei, Zink zu einem normalen Kohlenhydratstoffwechsel. Riboflavin, Vitamin B6 und Biotin tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Das sind zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen und keine bloßen Werbeformulierungen.

Etwas völlig anderes ist jedoch die Frage, ob die Kapseln dadurch eine Gewichtsabnahme beschleunigen.

Hier wird die Evidenz deutlich schwächer. Zu Grüntee, Grünkaffee, Bitterorange, Bittermelone, Zimt, Ginseng und anderen enthaltenen Pflanzenstoffen existiert zwar eine Vielzahl von Untersuchungen. Teilweise wurden Auswirkungen auf Stoffwechselparameter beobachtet. Daraus ergibt sich aber kein überzeugender Beleg dafür, dass die vollständige Kombination bei gesunden Menschen einen klinisch relevanten zusätzlichen Gewichtsverlust verursacht.

Grüntee-Catechine und Koffein können beispielsweise einen kleinen Einfluss auf das Körpergewicht haben, der Effekt fällt jedoch gering aus und unterscheidet sich je nach Produkt und Person. Für Bitterorange beziehungsweise Synephrin sind die Ergebnisse zur Gewichtsabnahme widersprüchlich und stammen häufig aus kleinen Studien mit Kombinationspräparaten.

Der Bitterliebe Stoffwechsel Komplex ist deshalb kein „Fatburner“, bei dem wir eine zuverlässige Gewichtsabnahme erwarten können. Interessanter ist die Frage, welche Funktionen seine einzelnen Bestandteile tatsächlich besitzen.

Was steckt im Bitterliebe Stoffwechsel Komplex?

Bitterliebe kombiniert eine erstaunlich große Zahl pflanzlicher Extrakte und Mikronährstoffe. Die aktuelle Herstellerangabe nennt für drei Kapseln folgende Mengen:

InhaltsstoffTagesportion
Chlorogensäure140 mg
Polyphenole125 mg
Cholin-L-Bitartrat82,5 mg
Curcuminoide71,25 mg
Silymarin50 mg
EGCG47,5 mg
Naringin45 mg
Ginsenoside40 mg
Charantin17,5 mg
Riboflavin7 mg
Vitamin B67 mg
Synephrin6,7 mg
Zink1,5 mg
Biotin250 µg
Jod150 µg

Damit stimmen die von Bitterliebe aktuell veröffentlichten Mengen mit den Angaben des von mir getesteten Produktes überein.

Spannend wird es, wenn wir hinter diese Namen schauen.

Cholin: tatsächlich am Fettstoffwechsel beteiligt

Cholin ist für die Bewertung des Produktes besonders wichtig. Der Körper benötigt diesen Nährstoff unter anderem für den Aufbau bestimmter Phospholipide in Zellmembranen und für den Neurotransmitter Acetylcholin. Außerdem spielt Cholin eine wichtige Rolle beim Transport und Stoffwechsel von Fetten in der Leber.

Deshalb darf für Cholin unter festgelegten Bedingungen tatsächlich die Aussage verwendet werden, dass es zu einem normalen Fettstoffwechsel und zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion beiträgt.

Das Wort normal ist dabei entscheidend.

Cholin unterstützt einen physiologischen Prozess, den unser Körper ohnehin benötigt. Daraus folgt nicht, dass eine zusätzliche Zufuhr den Fettstoffwechsel über sein normales Niveau hinaus beschleunigt oder gespeichertes Körperfett schneller verschwinden lässt.

Außerdem nennt Bitterliebe 82,5 Milligramm Cholin-L-Bitartrat. Diese Verbindung besteht nicht vollständig aus Cholin. Die Mengenangabe darf deshalb nicht mit 82,5 Milligramm reinem Cholin gleichgesetzt werden.

Grüntee-Extrakt und EGCG

Grüner Tee stammt wie schwarzer Tee aus den Blättern von Camellia sinensis. Der Unterschied liegt vor allem in der Verarbeitung. Bei grünem Tee werden Oxidationsprozesse früh gestoppt, wodurch sich seine Zusammensetzung von schwarzem Tee unterscheidet.

Besonders bekannt sind die Catechine. Eines davon ist Epigallocatechingallat, kurz EGCG.

Drei Kapseln Bitterliebe Stoffwechsel Komplex liefern 47,5 Milligramm EGCG.

Grüntee-Extrakte werden häufig in Produkten zur Gewichtskontrolle eingesetzt. Dahinter stehen unter anderem Untersuchungen zur Thermogenese, also zur Wärmeproduktion des Körpers, sowie zum Energie- und Fettstoffwechsel.

Der tatsächliche Effekt auf das Körpergewicht ist jedoch überschaubar. Die vorhandenen Daten sprechen allenfalls für einen kleinen Einfluss bestimmter Grünteeprodukte. Ein Nahrungsergänzungsmittel mit Grüntee-Extrakt ersetzt weder Ernährungsumstellung noch Bewegung.

Warum Grüntee als Extrakt anders zu beurteilen ist als Tee

Hier wird es wichtig, zwischen einer Tasse grünem Tee und einem konzentrierten Extrakt zu unterscheiden.

Die EFSA hat Grüntee-Catechine hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Leber untersucht. Grünteeaufgüsse werden grundsätzlich anders bewertet als konzentrierte Nahrungsergänzungsmittel. Bei Supplementen wurden bei EGCG-Mengen von 800 Milligramm täglich und darüber Hinweise auf Leberschäden beobachtet. Gleichzeitig konnte aus den verfügbaren Daten keine allgemeine sichere Dosis für konzentrierte Supplemente abgeleitet werden.

Mit 47,5 Milligramm EGCG liegt die Tagesportion des Bitter Stoffwechsel Komplexes weit unter diesen 800 Milligramm.

Trotzdem ist der Hinweis von Bitterliebe sinnvoll, andere Grüntee-Extrakte in der täglichen Gesamtmenge zu berücksichtigen. Wer parallel mehrere Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte die Mengen nicht isoliert betrachten.

Grüne Kaffeebohnen und Chlorogensäure

Grüne Kaffeebohnen sind nichts Exotisches: Es handelt sich um Kaffeebohnen vor dem Rösten.

Durch das Rösten verändert sich ihre chemische Zusammensetzung. Grüne Bohnen enthalten vergleichsweise viele Chlorogensäuren. Der Bitterliebe Stoffwechsel Komplex liefert daraus 140 Milligramm Chlorogensäure pro Tagesportion.

Chlorogensäuren werden unter anderem wegen möglicher Auswirkungen auf Glukose- und Fettstoffwechsel untersucht. Grünkaffeeextrakte sind deshalb seit Jahren Bestandteil verschiedener Produkte zur Gewichtskontrolle.

Auch hier gilt allerdings: Ein biochemischer Einfluss bedeutet nicht automatisch eine relevante Gewichtsabnahme. Die bisherige Forschung liefert keine Grundlage dafür, Grünkaffee als verlässliche Abnehmhilfe zu betrachten.

Bitterorange und Synephrin: eine Zutat, bei der wir genauer hinschauen

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Bitterorange, Citrus aurantium. Ihr Extrakt liefert im Produkt 6,7 Milligramm Synephrin.

Synephrin besitzt Ähnlichkeiten mit körpereigenen Botenstoffen des sympathischen Nervensystems. Bitterorangenextrakte wurden besonders populär, nachdem Ephedra aus vielen Nahrungsergänzungsmitteln verschwunden war.

Die Forschung zur Gewichtsabnahme ist allerdings wenig überzeugend. Viele Studien sind klein oder untersuchen Mischpräparate, sodass sich der Effekt der Bitterorange allein kaum bestimmen lässt. Das NCCIH bewertet die Auswirkungen auf das Körpergewicht als unklar.

Gerade bei Synephrin sollten wir außerdem über Sicherheit sprechen. Besonders die Kombination mit stimulierenden Stoffen wie Koffein kann für das Herz-Kreislauf-System relevant sein.

Wenn Du zusätzlich viel Kaffee, Energydrinks, Pre-Workout-Produkte oder andere stimulierende Nahrungsergänzungsmittel verwendest, solltest Du diese Gesamtzufuhr berücksichtigen.

Menschen mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Produkte mit Synephrin nicht einfach auf eigene Faust ausprobieren.

Bittermelone und Charantin

Die Bittermelone, Momordica charantia, gehört botanisch zu den Kürbisgewächsen. Ihre Früchte sind tatsächlich ausgesprochen bitter und werden besonders in verschiedenen asiatischen Küchen verwendet.

Der Bitterliebe Stoffwechsel Komplex liefert 17,5 Milligramm Charantin aus Bittermelonenextrakt.

In der Forschung interessiert die Bittermelone vor allem wegen möglicher Auswirkungen auf den Glukosestoffwechsel. Es gibt Untersuchungen bei Menschen mit erhöhtem Blutzucker und Diabetes, die Daten sind jedoch begrenzt und hinsichtlich Präparaten, Dosierungen und Qualität sehr unterschiedlich.

Die bisherige Forschung reicht nicht aus, um Bittermelone als Behandlung von Diabetes zu empfehlen.

Wer blutzuckersenkende Medikamente einnimmt, sollte deshalb nicht versuchen, deren Wirkung mit Bittermelonenpräparaten auf eigene Faust zu ergänzen.

Grapefruit und Naringin: relevant bei Medikamenten

Der enthaltene Grapefruitextrakt liefert 45 Milligramm Naringin.

Grapefruit ist für etwas bekannt, das bei Nahrungsergänzungsmitteln schnell übersehen wird: Sie kann die Wirkung bestimmter Medikamente verändern.

Bestimmte Grapefruitbestandteile können unter anderem das Enzym CYP3A4 im Darm beeinflussen. Dadurch kann bei einigen Arzneimitteln mehr Wirkstoff in den Blutkreislauf gelangen. Bei anderen Medikamenten können Transportproteine beeinflusst werden, sodass weniger Wirkstoff aufgenommen wird.

Bekannte Wechselwirkungen betreffen beispielsweise bestimmte Statine, Blutdruckmedikamente, Immunsuppressiva und Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen. Nicht jedes Medikament dieser Gruppen ist betroffen.

Ob die Menge des hier verwendeten Grapefruitextraktes für eine bestimmte Wechselwirkung ausreicht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn bei Deinem Medikament ausdrücklich vor Grapefruit gewarnt wird, würden wir deshalb auch ein Nahrungsergänzungsmittel mit Grapefruitextrakt nicht ungeprüft einnehmen.

Zimt: spannend für die Stoffwechselforschung, aber keine Abnehmpflanze

Zimt kennen wir vor allem als Gewürz. Gleichzeitig gehört er zu den Pflanzen, die besonders häufig hinsichtlich Blutzucker und Insulinstoffwechsel untersucht wurden.

Die Ergebnisse sind allerdings nicht eindeutig. Nach Einschätzung des NCCIH lässt sich derzeit weder für Diabetes noch für Gewichtsverlust zuverlässig sagen, dass Zimtsupplemente einen relevanten Nutzen haben.

Hinzu kommt die Frage nach der Zimtart. Cassia-Zimt kann Cumarin enthalten, das in höheren Mengen die Leber belasten kann. Aus den Produktinformationen geht nicht hervor, welche Zimtart für den Extrakt verwendet wurde.

Curcuma und Curcuminoide

Curcuma gehört inzwischen vermutlich zu den bekanntesten Heil- und Gewürzpflanzen überhaupt. Die intensiv gelbe Farbe stammt hauptsächlich von den Curcuminoiden.

Der Bitterliebe Stoffwechsel Komplex liefert 71,25 Milligramm davon.

Curcumin und verwandte Verbindungen werden intensiv untersucht. In Zell- und Tierexperimenten zeigen sie zahlreiche biologische Effekte, insbesondere im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen und oxidativem Stress.

Das Problem ist ihre Bioverfügbarkeit. Curcumin wird nach gewöhnlicher Einnahme nur schlecht aufgenommen und schnell verstoffwechselt. Deshalb verwenden viele Studien spezielle Formulierungen, deren Ergebnisse sich nicht automatisch auf jeden Curcumaextrakt übertragen lassen.

Kurkuma ist damit ein gutes Beispiel für eine Pflanze, bei der ein beeindruckender Laborbefund noch lange keine ebenso beeindruckende Wirkung nach dem Schlucken einer Kapsel bedeutet.

Mariendistel und Silymarin

Die Mariendistel, Silybum marianum, gehört zu den klassischen europäischen Arzneipflanzen. Besonders bekannt ist ihr Stoffgemisch Silymarin.

Im Produkt sind 50 Milligramm Silymarin enthalten.

Traditionell wird die Mariendistel mit der Leber in Verbindung gebracht. Auch moderne Forschung beschäftigt sich intensiv mit Silymarin. Bei verschiedenen Lebererkrankungen fallen klinische Studien jedoch widersprüchlich aus beziehungsweise reichen bislang nicht für eindeutige Schlussfolgerungen.

Das schmälert die kulturgeschichtliche Bedeutung der Pflanze nicht. Es zeigt vielmehr, warum wir traditionelle Verwendung und klinisch belegte Therapie voneinander trennen sollten.

Ginseng und Ginsenoside

Ginseng besitzt insbesondere in verschiedenen ostasiatischen Medizinsystemen eine lange Tradition. Charakteristisch sind seine Ginsenoside.

Die Tagesportion des Bitterliebe Stoffwechsel Komplexes enthält 40 Milligramm Ginsenoside.

Ginseng wurde unter anderem hinsichtlich Müdigkeit, körperlicher Leistungsfähigkeit und verschiedener Stoffwechselparameter untersucht. Einige Untersuchungen zeigen Veränderungen kardiometabolischer Marker, die Ergebnisse zum Glukosestoffwechsel sind insgesamt jedoch nicht einheitlich. Für eine Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit gibt es ebenfalls keine überzeugende Evidenz.

Auch hier sollten wir deshalb nicht aus „wirkt auf Stoffwechselprozesse“ automatisch „hilft beim Abnehmen“ machen.

Kelp und Jod: Stoffwechsel über die Schilddrüse?

Kelp bezeichnet verschiedene große Braunalgen. Sie können natürlicherweise viel Jod enthalten.

Der Bitterliebe Stoffwechsel Komplex liefert 150 Mikrogramm Jod pro Tagesportion, entsprechend 100 Prozent des auf dem Produkt angegebenen Nährstoffbezugswertes.

Jod ist für die Bildung der Schilddrüsenhormone notwendig. Diese Hormone beeinflussen tatsächlich zahlreiche Stoffwechselvorgänge.

Daraus entsteht leicht ein verführerischer Gedankengang: Jod unterstützt die Schilddrüse, die Schilddrüse beeinflusst den Stoffwechsel, also müsste zusätzliches Jod den Stoffwechsel beschleunigen.

So funktioniert es nicht.

Eine ausreichende Jodversorgung ist wichtig. Mehr Jod über den Bedarf hinaus macht aus einer normal funktionierenden Schilddrüse jedoch keinen zusätzlichen Kalorienverbrenner.

Gerade bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen sollte die Jodzufuhr individuell beurteilt werden. Wer bereits Jodpräparate oder andere kelphaltige Produkte verwendet, sollte außerdem die Gesamtmenge berücksichtigen.

Chili und die Sache mit der Thermogenese

Chili ist tatsächlich ein spannendes Beispiel dafür, wie Pflanzenstoffe unsere Physiologie unmittelbar beeinflussen können.

Capsaicin aktiviert den TRPV1-Rezeptor. Derselbe Rezeptor reagiert auf Hitze. Deshalb fühlt sich scharfes Essen heiß an, obwohl die Chilischote selbstverständlich nicht heißer ist als eine Paprika daneben.

Capsaicinoide werden auch hinsichtlich Thermogenese, Energieverbrauch und Appetit untersucht. Die beobachteten Effekte sind jedoch klein. Eine Chilischote und erst recht eine geringe Menge Chili-Extrakt kann ein relevantes Kaloriendefizit nicht ersetzen.

Da Bitterliebe für den Chili-Fruchtextrakt keine genaue Capsaicinmenge nennt, lässt sich ohnehin keine konkrete Wirkung aus der Tagesdosis ableiten.

Zink und Kohlenhydratstoffwechsel

Mit drei Kapseln werden 1,5 Milligramm Zink aufgenommen. Das entspricht laut Hersteller 15 Prozent des Nährstoffbezugswertes.

Zink trägt zu einem normalen Kohlenhydratstoffwechsel bei. Das ist physiologisch sinnvoll, weil das Spurenelement Bestandteil beziehungsweise Cofaktor zahlreicher Enzyme ist.

Aber auch hier sollten wir beim kleinen Wort „normal“ bleiben.

Zink sorgt nicht dafür, dass Kohlenhydrate plötzlich verschwinden, bevor sie als Energie gespeichert werden können. Bei ausreichender Versorgung macht eine zusätzliche Zinkmenge den Kohlenhydratstoffwechsel nicht automatisch schneller.

Riboflavin, Vitamin B6 und Biotin

Riboflavin und Vitamin B6 sind mit jeweils sieben Milligramm enthalten. Das entspricht laut Hersteller jeweils 500 Prozent des Nährstoffbezugswertes. Auch die 250 Mikrogramm Biotin entsprechen 500 Prozent.

Solche Prozentzahlen sehen spektakulär aus. Sie bedeuten jedoch nicht, dass der Energiestoffwechsel nun mit 500 Prozent Leistung arbeitet.

B-Vitamine übernehmen wichtige Aufgaben im normalen Energiestoffwechsel. Sie helfen dem Körper dabei, Nährstoffe innerhalb verschiedener biochemischer Reaktionen zu verwerten.

Sie enthalten selbst keine Energie und erzeugen auch kein Kaloriendefizit.

Das ist ein Unterschied, der bei „Energy“- und „Metabolism“-Produkten gern untergeht.

Sind Bitterstoffe tatsächlich aus unserer Ernährung verschwunden?

Bitterliebe argumentiert, dass Bitterstoffe durch die moderne Lebensmittelproduktion teilweise aus unserer Ernährung verschwunden sind und selbst traditionell bittere Lebensmittel heute milder schmecken.

Ganz aus der Luft gegriffen ist dieser Gedanke nicht. Menschen haben Kulturpflanzen über Generationen auf Geschmack, Ertrag und Bekömmlichkeit selektiert. Intensive Bitterkeit war dabei häufig nicht unbedingt ein gewünschtes Merkmal.

Trotzdem essen wir weiterhin Bitterstoffe. Chicorée, Radicchio, Endivie, Rucola, Grapefruit, Kaffee, Kakao und zahlreiche Kräuter liefern bittere Pflanzenstoffe.

Besonders spannend finden wir einen anderen Aspekt: Bitterrezeptoren sitzen nicht ausschließlich auf der Zunge. Rezeptoren aus der Familie der TAS2R wurden auch im Verdauungssystem und in anderen Geweben gefunden. Forschende untersuchen deshalb, welche Aufgaben die Wahrnehmung bitterer Moleküle dort erfüllt.

Das ist biologisch viel interessanter als die einfache Vorstellung, bitter schmeckende Pflanzen würden automatisch den Stoffwechsel beschleunigen.

Mein 4-Wochen-Test

Ich habe den Bitterliebe Stoffwechsel Komplex vier Wochen lang getestet und dabei täglich die empfohlenen drei Kapseln eingenommen.

Für mich war das kein isoliertes Experiment. Die Kapseln kamen mitten in einer Abnehmreise dazu, die schon vorher begonnen hatte und inzwischen zu einem Ergebnis geführt hat, über das ich mich wirklich freue: Ich habe bisher 18 Kilogramm abgenommen.

Genau deshalb muss ich meine persönliche Erfahrung aber sauber einordnen.

Die 18 Kilogramm habe ich nicht durch vier Wochen Bitterliebe Stoffwechsel Komplex verloren. Ich habe schon vorher Gewicht reduziert und arbeite unabhängig von den Kapseln an meiner Ernährung und Bewegung.

Ich möchte an dieser Stelle auch nicht nachträglich versuchen auszurechnen, wie viele Gramm oder Kilogramm möglicherweise „durch die Kapseln“ verschwunden sein könnten. Das wäre reine Spekulation.

Was ich nach vier Wochen beurteilen kann, ist etwas anderes: Wie gut komme ich mit dem Produkt zurecht? Lässt sich die Einnahme in meinen Alltag integrieren? Vertrage ich die Kapseln? Und habe ich persönlich das Gefühl, dass ich sie auf meinem weiteren Weg dabeihaben möchte?

Diese Fragen kann ich inzwischen beantworten.

Einnahme im Alltag: drei Kapseln mit etwas Planung

Bitterliebe empfiehlt drei Kapseln über den Tag verteilt.

Bei der ersten Kapsel gibt es aufgrund des enthaltenen Grüntee-Extraktes eine Besonderheit. Sie soll laut Hersteller frühestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Die beiden weiteren Kapseln können jeweils etwa 15 bis 30 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden. Dazu sollte ausreichend Flüssigkeit getrunken werden.

Ein Glas enthält 90 Kapseln und reicht bei dieser Dosierung ungefähr einen Monat. Damit entspricht eine Packung ziemlich genau meinem vierwöchigen Testzeitraum.

Ich fand die Kapselform für den Alltag praktisch. Allerdings muss man bei drei über den Tag verteilten Einnahmen etwas mehr daran denken als bei einem Produkt, das einmal täglich zusammen mit dem Frühstück genommen wird.

Was vier Wochen zeigen können – und was nicht

Vier Wochen reichen gut aus, um die Alltagstauglichkeit und persönliche Verträglichkeit eines Nahrungsergänzungsmittels kennenzulernen.

Sie reichen nicht aus, um festzustellen, ob sich mein Grundumsatz verändert hat. Und selbst eine Gewichtsveränderung während dieser vier Wochen könnte nicht automatisch den Kapseln zugeschrieben werden.

Unser Körpergewicht schwankt durch Wasser, Glykogenspeicher, Verdauungsinhalt und hormonelle Veränderungen. Gleichzeitig verändern sich Ernährung und Aktivität.

Um tatsächlich herauszufinden, ob ein Präparat einen zusätzlichen Gewichtsverlust verursacht, müsste man Menschen unter kontrollierten Bedingungen zufällig einer Produkt- und einer Placebogruppe zuordnen und anschließend die Ergebnisse vergleichen.

Mein persönlicher Test kann das nicht leisten – und muss es auch nicht.

Er beantwortet eine andere, für mich durchaus relevante Frage: Möchte ich das Produkt nach einem Monat freiwillig weiternehmen?

Mögliche Nebenwirkungen

Der Bitterliebe Stoffwechsel Komplex enthält sehr viele verschiedene Pflanzenextrakte. Entsprechend gibt es nicht die eine typische Nebenwirkung.

Grüntee-Extrakte können beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Verstopfung verursachen. Selten wurden bei konzentrierten Grünteepräparaten auch Leberschäden beschrieben.

Synephrin aus Bitterorange verdient wegen möglicher Auswirkungen auf Herzfrequenz und Blutdruck besondere Aufmerksamkeit. Gerade in Kombination mit stimulierenden Substanzen sollte es nicht leichtfertig eingesetzt werden.

Chili kann bei empfindlichen Menschen Magenbeschwerden oder Sodbrennen verstärken. Auch Zimt, Curcuma, Ginseng, Bittermelone und andere Pflanzenextrakte können individuell nicht vertragen werden.

Ein Produkt aus natürlichen Pflanzenextrakten ist deshalb nicht automatisch nebenwirkungsfrei. Ich kann aber berichten, dass ich im Testzeitraum und auch darüber hinaus keinerlei Nebenwirkungen hatte.

Wer besonders vorsichtig sein sollte

Nach Herstellerangaben ist der Bitterliebe Stoffwechsel Komplex nicht für Kinder, Schwangere und Stillende geeignet.

Darüber hinaus würden wir insbesondere bei bestehenden Erkrankungen oder einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme vor der Verwendung ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.

Das gilt besonders bei:

  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes
  • Lebererkrankungen
  • gleichzeitiger Einnahme weiterer Grüntee-Extrakte
  • Einnahme von Medikamenten mit bekannten Grapefruit-Wechselwirkungen

Die lange Zutatenliste macht eine individuelle Prüfung wichtiger als bei einem einfachen Präparat mit nur einem Nährstoff.

Wechselwirkungen: Grapefruit, Grüntee und Co. nicht unterschätzen

Gerade bei diesem Produkt lohnt sich ein Blick auf mögliche Arzneimittelwechselwirkungen.

Grapefruit kann die Aufnahme beziehungsweise den Abbau verschiedener Medikamente verändern. Dazu gehören bestimmte Statine, Blutdruckmittel, Immunsuppressiva, Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen und weitere Arzneimittel.

Auch Grüntee kann mit Medikamenten interagieren. Für den Betablocker Nadolol wurde beispielsweise eine verminderte Wirkstoffkonzentration beschrieben. Auch Wechselwirkungen mit Atorvastatin wurden untersucht.

Hinzu kommen Ginseng, Bittermelone und andere Pflanzenextrakte, die ebenfalls pharmakologisch interessante Inhaltsstoffe liefern.

Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte deshalb die vollständige Zutatenliste in der Apotheke zeigen. Das ist wesentlich sinnvoller, als jede einzelne Pflanze selbst im Internet auf Wechselwirkungen zu überprüfen.

Kann der Bitterliebe Stoffwechsel Komplex beim Abnehmen helfen?

Das ist vermutlich die Frage, wegen der viele Menschen überhaupt auf diesen Artikel stoßen.

Die nüchterne Antwort lautet: Wir können aus der vorhandenen Studienlage nicht ableiten, dass die Kapseln einen relevanten zusätzlichen Gewichtsverlust verursachen.

Das bedeutet nicht, dass die enthaltenen Stoffe wirkungslos wären.

Cholin hat eine nachgewiesene Funktion im normalen Fettstoffwechsel. Zink ist am normalen Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt. B-Vitamine erfüllen wichtige Aufgaben im Energiestoffwechsel. Pflanzenstoffe aus Grüntee, Bitterorange, Chili, Grünkaffee und anderen Extrakten können ebenfalls verschiedene biologische Prozesse beeinflussen.

Nur entsteht aus diesen Einzelwirkungen nicht automatisch eine Abnehmkapsel.

Körperfett wird langfristig reduziert, wenn der Körper mehr Energie verbraucht, als ihm über die Ernährung zur Verfügung steht. Nahrungsergänzungsmittel können eine Abnehmstrategie begleiten, dieses Grundprinzip aber nicht ersetzen.

Das ist übrigens auch meine persönliche Erfahrung. Meine bisherige Abnahme von 18 Kilogramm ist das Ergebnis meiner gesamten Abnehmreise und nicht das Ergebnis eines einzelnen Produktes.

Mein Fazit nach vier Wochen

Nach vier Wochen fällt mein persönliches Fazit positiv aus.

Ich habe den Bitterliebe Stoffwechsel Komplex gut in meinen Alltag integrieren können und bin mit dem Produkt zufrieden. Die Kapseln begleiten mich inzwischen auf meiner Abnehmreise und ich möchte sie auch weiterhin verwenden.

Dabei möchte ich ganz bewusst nicht behaupten, dass ich durch die Kapseln 18 Kilogramm abgenommen habe oder dass sie dafür verantwortlich sind, dass meine Abnahme funktioniert. Das wäre nicht nur wissenschaftlich unseriös, sondern würde auch all das ignorieren, was tatsächlich hinter einer solchen Gewichtsabnahme steckt.

Ich sehe den Bitterliebe Stoffwechsel Komplex vielmehr als Unterstützung innerhalb meiner bestehenden Routine. Mir gefällt die Kombination aus Cholin, Zink, B-Vitaminen und den verschiedenen Pflanzenextrakten, und ich komme mit der Einnahme gut zurecht.

Nach vier Wochen ist für mich deshalb die entscheidende Frage nicht, ob die Kapseln meinen Stoffwechsel auf irgendeine geheimnisvolle Weise „angekurbelt“ haben. Entscheidend ist, ob ich sie weiterhin nehmen möchte.

Und diese Frage kann ich klar mit Ja beantworten.

Ich werde den Bitterliebe Stoffwechsel Komplex weiterhin auf meiner Abnehmreise nutzen und kann ihn aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen empfehlen. Gleichzeitig würde ich ihn immer als das betrachten, was er ist: ein Nahrungsergänzungsmittel, das eine gute Ernährung und Bewegung ergänzen, aber nicht ersetzen kann.

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Bitterliebe Stoffwechsel Komplex im Test: Was können die Kapseln wirklich?

Der Stoffwechsel braucht keinen Anlasser

Je länger wir uns mit solchen Produkten beschäftigen, desto mehr gefällt uns eigentlich eine andere Vorstellung als die vom Stoffwechsel auf Sparflamme.

Unser Stoffwechsel schläft nicht.

Er arbeitet auch dann, wenn die Waage eine Woche lang dieselbe Zahl zeigt. Er arbeitet nachts, beim Essen, beim Spaziergang und während Du gerade diesen Satz liest. Milliarden chemischer Reaktionen laufen gleichzeitig ab, ohne dass wir etwas davon bemerken.

Cholin, Zink, Jod, B-Vitamine und zahlreiche Pflanzenstoffe greifen in dieses komplizierte Netzwerk an unterschiedlichen Stellen ein. Einige ihrer Funktionen kennen wir sehr genau. Bei anderen versuchen Forschende noch herauszufinden, welche Bedeutung die beobachteten Mechanismen beim Menschen tatsächlich haben.

Das ist eigentlich viel faszinierender als die Vorstellung einer Kapsel, die einen müden Stoffwechsel plötzlich aufweckt.

Meine inzwischen 18 Kilogramm weniger auf der Waage erinnern mich jedenfalls an etwas anderes: Abnehmen ist ein Prozess. Viele kleine Entscheidungen greifen ineinander, und manche Dinge dürfen diesen Weg begleiten. Sie müssen ihn nicht allein verursachen, um für mich trotzdem ihren Platz darin zu haben.

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