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Sanfte Bewegung bei körperlichen und hormonellen Veränderungen
Der Nacken fühlt sich hart an, die Schultern stehen ständig unter Spannung und der Rücken meldet sich schon nach einem normalen Arbeitstag. Obwohl Du erschöpft bist, fällt es Dir schwer, wirklich zur Ruhe zu kommen. Vielleicht schläfst Du schlechter, bist schneller gereizt oder hast das Gefühl, dass Deine Energie längst nicht mehr für alles reicht, was Du Dir vorgenommen hast.
Dazu können Beschwerden kommen, die vor einigen Jahren noch keine Rolle gespielt haben: Gelenke fühlen sich steifer an, Bewegungen werden unangenehmer und die Erholung dauert länger. Der eigene Körper scheint plötzlich andere Antworten zu geben.
Viele Frauen (ja, auch ich) bemerken solche Veränderungen ab Mitte 40 besonders deutlich. Das bedeutet nicht, dass jedes Ziehen, jede schlaflose Nacht und jede Erschöpfung automatisch mit den Wechseljahren zusammenhängt. Doch die hormonelle Umstellung kann das körperliche und emotionale Wohlbefinden erheblich beeinflussen.
Und genau in dieser Lebensphase hören wir häufig denselben Rat: mehr bewegen, mehr Sport treiben, Muskeln aufbauen, Stress reduzieren.
Das klingt in der Theorie vernünftig. In der Praxis kann es wie eine weitere Aufgabe wirken, die wir zusätzlich bewältigen sollen.
Wenn der Körper verspannt und der Kopf trotzdem nicht abschaltet
Verspannungen entstehen nicht nur, weil wir uns zu wenig bewegen. Auch einseitige Belastungen, langes Sitzen, Fehlhaltungen und dauerhafte innere Anspannung können dazu beitragen.
Unter Stress ziehen wir unbewusst die Schultern hoch, pressen die Zähne zusammen oder halten den Atem an. Die Muskulatur bleibt angespannt, obwohl gerade keine körperliche Gefahr besteht. Wenn dieser Zustand zum Alltag wird, fühlt sich selbst Ruhe nicht mehr erholsam an.
Vielleicht kennst Du das: Du sitzt am Abend endlich auf dem Sofa, aber innerlich läuft der Tag weiter. Die Gedanken springen von einem Thema zum nächsten. Der Körper ist müde, doch das Nervensystem scheint den Feierabend nicht mitbekommen zu haben.
Erholung lässt sich nicht einfach auf Knopfdruck einschalten. Umso hilfreicher kann eine Beschäftigung sein, die den Körper sanft bewegt und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf Atmung und Bewegung lenkt.
Weniger Energie – obwohl Du eigentlich alles richtig machst
Erschöpfung ist ein unspezifisches Symptom. Sie kann durch Schlafmangel, psychische Belastungen, Nährstoffmängel, Infektionen, Erkrankungen, Medikamente oder zahlreiche andere Faktoren entstehen. Auch Veränderungen rund um die Wechseljahre können eine Rolle spielen.
Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche stören möglicherweise den Schlaf. Stimmungsschwankungen, Sorgen und innere Unruhe kosten zusätzlich Kraft. Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass die Wechseljahre das körperliche, emotionale, mentale und soziale Wohlbefinden beeinflussen können. Wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind, unterscheidet sich jedoch von Frau zu Frau.
Wenn Du Dich über längere Zeit ungewöhnlich erschöpft fühlst oder sich Deine Leistungsfähigkeit deutlich verändert, solltest Du die Ursache ärztlich abklären lassen. Nicht jede Erschöpfung ist eine harmlose Begleiterscheinung des Älterwerdens.
Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, nach einer Form der Bewegung zu suchen, die nicht noch mehr Energie verlangt, als gerade vorhanden ist.
Schmerzen machen den Einstieg in Bewegung schwer
Wer Schmerzen hat, bewegt sich häufig weniger. Das ist zunächst verständlich: Wir möchten vermeiden, dass eine Bewegung die Beschwerden verstärkt.
Doch dadurch kann ein Kreislauf entstehen. Weniger Bewegung kann dazu führen, dass sich Muskeln schwächer und Gelenke steifer anfühlen. Der Gedanke an Sport wird immer unangenehmer, während die Hemmschwelle für den Wiedereinstieg wächst.
Ein intensives Training ist in dieser Situation nicht für jede Frau der richtige Anfang. Schnelle Richtungswechsel, Sprünge oder hohe Belastungen können abschreckend sein – insbesondere dann, wenn bereits Rücken-, Knie- oder Gelenkbeschwerden bestehen.
Was häufig fehlt, ist eine Zwischenstufe: Bewegung, die den Körper aktiviert, ohne ihn sofort an seine Belastungsgrenze zu bringen.
Wechseljahre und Osteoporose: Bewegung bleibt wichtig
Mit der hormonellen Umstellung verändert sich nicht nur der Zyklus. Der sinkende Östrogenspiegel kann auch die Knochengesundheit beeinflussen. Der Verlust an Knochendichte während und nach den Wechseljahren trägt dazu bei, dass das Osteoporoserisiko steigt.
Osteoporose bleibt häufig lange unbemerkt, weil sie normalerweise keine Beschwerden verursacht, bis ein Knochen bricht. Das US-amerikanische National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases bezeichnet sie deshalb als „stille“ Erkrankung. Besonders wichtig für die Knochen sind belastende Aktivitäten wie Gehen und ein angepasstes Krafttraining.
Qigong ist kein Ersatz für eine Osteoporosebehandlung und auch nicht automatisch das ideale Knochentraining. Die langsamen Bewegungen können jedoch Körperkontrolle, Koordination und einen bewussten Umgang mit Bewegung fördern. Bei bestehender Osteoporose sollte vorher ärztlich oder physiotherapeutisch geklärt werden, welche Übungen geeignet sind und welche Bewegungen vermieden werden müssen.
Was tun, wenn klassischer Sport gerade nicht zu Dir passt?
Viele Frauen wissen, wie wichtig Bewegung ist. Das eigentliche Problem ist deshalb oft nicht mangelndes Wissen, sondern eine Bewegungsform zu finden, die sich mit den eigenen Beschwerden und dem Alltag vereinbaren lässt.
Ein Fitnessstudio kann zu weit entfernt sein. Feste Kurszeiten passen nicht in den Tagesablauf. Bei Schmerzen fehlt das Vertrauen in den eigenen Körper. Und nach einem anstrengenden Tag kostet schon der Gedanke an ein intensives Training Kraft.
Vielleicht brauchst Du in dieser Situation kein härteres Programm.
Vielleicht brauchst Du eine Form der Bewegung, die dort beginnt, wo Du gerade stehst.
Eine Möglichkeit kann Qigong sein.
Was ist Qigong?
Qigong ist eine traditionelle chinesische Bewegungspraxis. Sie verbindet langsame und bewusst ausgeführte Bewegungen mit Atmung, Körperhaltung und Konzentration.
Es gibt zahlreiche Qigong-Stile und Übungsreihen. Manche werden im Stehen durchgeführt, andere im Sitzen. Einige Bewegungen sind sehr klein, andere beziehen den gesamten Körper ein.
Typisch sind fließende Abläufe, die nicht möglichst schnell oder kraftvoll ausgeführt werden sollen. Der Schwerpunkt liegt darauf, Bewegungen kontrolliert wahrzunehmen und mit der Atmung zu verbinden.
Der Begriff „Qi“ wird traditionell als Lebensenergie übersetzt. Ein solcher Energiefluss lässt sich wissenschaftlich nicht als eigenständige körperliche Kraft nachweisen. Um von den praktischen Bestandteilen des Qigong zu profitieren, musst Du jedoch nicht an Energiebahnen oder andere esoterische Vorstellungen glauben.
Du bewegst Deinen Körper, lenkst Deine Aufmerksamkeit auf den Moment und atmest bewusst. Das sind ganz konkrete Vorgänge.
Kann Qigong die Durchblutung anregen?
Sobald Muskeln arbeiten und Gelenke bewegt werden, verändert sich die lokale Durchblutung. Auch langsame Bewegungen sind Bewegung.
Beim Qigong wird der Körper nicht mit hoher Intensität belastet. Stattdessen wechseln sich kontrollierte Bewegungen, Gewichtsverlagerungen und eine bewusste Körperhaltung ab. Dadurch werden unterschiedliche Körperbereiche sanft aktiviert.
Das kann besonders angenehm sein, wenn Du Dich steif fühlst oder nach langer sitzender Tätigkeit wieder in Bewegung kommen möchtest. Qigong ersetzt allerdings kein ärztlich empfohlenes Herz-Kreislauf-Training und behandelt keine Durchblutungsstörung.
Bei plötzlich auftretenden Schmerzen, Schwellungen, Taubheitsgefühlen, ungewöhnlich kalten Gliedmaßen oder Hautveränderungen ist eine medizinische Abklärung notwendig.
Kann Qigong Verspannungen lösen?
Viele Übungen beinhalten langsame Bewegungen der Schultern, Arme, Wirbelsäule und Hüfte. Dabei geht es nicht darum, möglichst stark zu dehnen. Vielmehr soll der Körper lernen, Bewegung ohne unnötige Anspannung auszuführen.
Schon das bewusste Wahrnehmen kann aufschlussreich sein. Manche von uns merken erst während einer ruhigen Übung, wie fest sie die Schultern hochziehen oder wie wenig frei sie atmen.
Qigong kann dabei helfen, solche Spannungsmuster wahrzunehmen und die Muskulatur bewusst loszulassen. Ob dadurch bestehende Schmerzen oder Verspannungen nachlassen, hängt jedoch auch von deren Ursache ab.
Hartnäckige, zunehmende oder wiederkehrende Beschwerden sollten nicht ausschließlich mit Übungen in Eigenregie behandelt werden.
Ruhe für ein ständig aktives Nervensystem
Qigong verlangt Aufmerksamkeit. Du konzentrierst Dich auf Deine Haltung, eine Bewegung und Deinen Atem. Für Grübeln und die nächsten fünf Aufgaben im Kopf bleibt dadurch zumindest vorübergehend weniger Raum.
Langsame Bewegungen und ruhiges Atmen können einen Zustand der Entspannung begünstigen. Das bedeutet nicht, dass Qigong das Nervensystem „repariert“ oder eine psychische Erkrankung behandelt. Es kann aber ein wiederkehrendes Signal sein: Für diese Minuten musst Du nichts erledigen, entscheiden oder leisten.
Gerade für Frauen, die sich ständig um andere kümmern und den eigenen Körper erst wahrnehmen, wenn er Schmerzen verursacht, kann eine solche Pause wertvoll sein.
Mehr Energie durch Qigong?
Die Aussage, Qigong baue Energie auf, kann unterschiedlich verstanden werden.
In der traditionellen Lehre ist damit das „Qi“ gemeint. Wissenschaftlich lässt sich nicht belegen, dass eine besondere Lebensenergie im Körper gesammelt oder gelenkt wird.
Im Alltag beschreiben Menschen mit „mehr Energie“ jedoch häufig etwas anderes: Sie fühlen sich weniger erschöpft, beweglicher, ausgeglichener oder nach einer bewussten Pause wieder aufnahmefähiger.
Wenn Qigong Dir hilft, aus der dauerhaften Anspannung herauszukommen, Dich regelmäßig zu bewegen und Dir Zeit für Dich zu nehmen, kann sich das subjektiv tatsächlich wie neue Energie anfühlen.
Warum kann Qigong gerade für Frauen über 45 interessant sein?
Die Zahl 45 ist keine medizinische Grenze. Doch für viele Frauen beginnt ungefähr in diesem Alter eine Phase, in der sich körperliche Bedürfnisse verändern.
Die Wechseljahre treten laut WHO bei den meisten Frauen zwischen 45 und 55 Jahren ein. Manche erleben diese Zeit nahezu beschwerdefrei, andere sind über mehrere Jahre körperlich und emotional stark belastet.
Gleichzeitig verändert sich oft der Alltag. Die Belastungen werden nicht automatisch weniger, nur weil der Körper mehr Erholung benötigt.
Qigong kann hier interessant sein, weil es mehrere Bedürfnisse miteinander verbindet:
- Der Körper kommt sanft in Bewegung.
- Muskeln und Gelenke werden nicht durch schnelle Abläufe überrumpelt.
- Die bewusste Atmung kann das Zur-Ruhe-Kommen unterstützen.
- Die Übungen schulen Wahrnehmung und Koordination.
- Der Einstieg ist auch ohne sportliche Vorerfahrung möglich.
- Es geht nicht um Leistung oder den Vergleich mit anderen.
Das bedeutet nicht, dass Qigong ausschließlich für Frauen über 45 geeignet ist. Der Ansatz kann aber gut zu einer Lebensphase passen, in der wir nicht noch mehr Druck brauchen, sondern eine Bewegung, die sich dem Körper annähert.
Wann solltest Du vorsichtig sein?
Auch sanfte Übungen sind nicht automatisch für jede Person und jede Situation geeignet.
Wenn Du unter akuten oder ungeklärten Schmerzen, starkem Schwindel, erheblichen Gleichgewichtsstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer fortgeschrittenen Osteoporose leidest, solltest Du vor dem Beginn ärztlichen Rat einholen.
Nach einer Operation oder Verletzung ist ebenfalls zu klären, welche Bewegungen bereits wieder möglich sind. Das gilt besonders, wenn Wirbelsäule, Gelenke oder Knochen betroffen sind.
Während des Übens solltest Du Deine persönlichen Grenzen respektieren. Schmerzen sind kein Zeichen dafür, dass eine Übung besonders wirksam ist. Bewegungen dürfen angepasst, verkleinert oder ausgelassen werden.
Die Lösung muss nicht anstrengender sein als das Problem
Wenn Dein Körper verspannt ist, Du Dich häufig erschöpft fühlst und Dein Kopf kaum noch zur Ruhe kommt, brauchst Du möglicherweise keine weitere Aufgabe, bei der Du funktionieren musst.
Du brauchst vielleicht einen Anfang, der klein genug ist, um tatsächlich in Deinen Alltag zu passen.
Genau hier setzt das Qigong-Programm für Frauen über 45 an. Es richtet sich an Frauen, die ihren Körper sanft bewegen, Verspannungen lösen, ihre Durchblutung anregen und wieder mehr Ruhe in ihren Alltag bringen möchten.
Das Programm kann auch dann interessant sein, wenn Dich hormonelle Veränderungen beschäftigen oder Du nach einer schonenden Ergänzung zu Deinen bisherigen Maßnahmen suchst.
Du musst dafür nicht besonders sportlich sein. Du musst nicht möglichst schnell Fortschritte machen. Und Du musst Deinen Körper nicht erst verändern, bevor Du anfangen darfst, gut mit ihm umzugehen.
Hier kannst Du Dir das Qigong-Programm für Frauen über 45 ansehen.
Qigong kann eine ärztliche oder physiotherapeutische Behandlung nicht ersetzen. Es kann Dir aber einen Rahmen geben, in dem Du regelmäßig etwas tun kannst, das im Alltag viel zu oft zu kurz kommt: Dich bewegen, bewusst atmen und Deinem Körper wieder Aufmerksamkeit schenken.

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