Conyza canadensis
Kanadisches Berufkraut (Conyza canadensis), auch als „Erigeron canadensis“ bekannt, ist eine Pflanze, die Dich auf Deiner nächsten Kräutersuche sicherlich beeindrucken wird. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, hat es sich mittlerweile in vielen Teilen Europas und Asiens verbreitet. Lass uns gemeinsam einen genaueren Blick auf diese bemerkenswerte Pflanze werfen, die nicht nur in der Naturheilkunde einen festen Platz hat, sondern auch eine interessante historische Bedeutung mit sich bringt.
Wo kommt das Kanadische Berufkraut vor?
Kanadisches Berufkraut ist eine sogenannte Ruderalpflanze, die oft an gestörten Standorten gedeiht. Du findest es häufig an Wegrändern, auf Brachflächen, in Gärten, auf Feldern und sogar in Städten, wo es zwischen Pflastersteinen und Mauerritzen wächst. Es bevorzugt sonnige Standorte und ist äußerst anpassungsfähig, weshalb es auch auf nährstoffarmen Böden gut gedeiht. In Europa ist es vor allem in Mitteleuropa weit verbreitet, während es in seiner ursprünglichen Heimat Nordamerika fast überall vorkommt.
Inhaltsstoffe und Heilwirkungen
Kanadisches Berufkraut enthält eine Vielzahl an wertvollen Inhaltsstoffen, darunter ätherische Öle, Flavonoide, Triterpene und Gerbstoffe. Diese Inhaltsstoffe sind verantwortlich für die vielfältigen Heilwirkungen der Pflanze.
- Ätherische Öle: Diese wirken antimikrobiell und entzündungshemmend, was das Kraut bei der Behandlung von Hautentzündungen und kleineren Wunden nützlich macht.
- Flavonoide: Sie sind bekannt für ihre antioxidativen Eigenschaften, die dabei helfen, freie Radikale im Körper zu neutralisieren und das Immunsystem zu stärken.
- Gerbstoffe: Diese fördern die Wundheilung und wirken zusammenziehend, was bei der Behandlung von Durchfall hilfreich sein kann.
In der Naturheilkunde wird Kanadisches Berufkraut vor allem zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden, bei Entzündungen und zur Wundbehandlung eingesetzt. Es kann als Tee, Tinktur oder äußerlich in Form von Umschlägen angewendet werden.
Anwendungsgebiete des Kanadischen Berufkrauts
Die Anwendungsmöglichkeiten des Kanadischen Berufkrauts sind vielfältig:
- Magen-Darm-Beschwerden: Ein Tee aus den getrockneten Blättern und Blüten kann helfen, Magenkrämpfe und Verdauungsbeschwerden zu lindern.
- Wundheilung: Die entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften des Krauts machen es zu einem hervorragenden Mittel zur Behandlung von kleineren Wunden und Hautirritationen.
- Entzündungen: Umschläge oder Salben mit Kanadischem Berufkraut können bei Gelenkschmerzen oder Entzündungen Linderung verschaffen.
- Insektenschutz: In einigen traditionellen Anwendungen wird das Kraut auch als natürliches Insektenschutzmittel verwendet. Du kannst es als Tee aufbrühen und als Spray verwenden, um Mücken und andere Insekten abzuwehren.
Historische Bedeutung und Nutzung
Kanadisches Berufkraut wurde schon von den indigenen Völkern Nordamerikas geschätzt und vielseitig eingesetzt. Sie nutzten die Pflanze sowohl innerlich als auch äußerlich zur Behandlung von verschiedenen Beschwerden. In Europa erlangte das Kraut im 17. Jahrhundert Bekanntheit, als es durch Kolonisten eingeführt wurde. Es wurde bald in der Volksmedizin zur Heilung von Wunden und zur Linderung von Fieber verwendet.
Worauf solltest Du beim Sammeln achten?
Wenn Du Dich auf die Suche nach Kanadischem Berufkraut machst, gibt es einige Dinge zu beachten. Die Pflanze ist leicht erkennbar an ihren langen, schlanken Stängeln und den schmalen, spitzen Blättern, die sich spiralförmig um den Stängel anordnen. Die kleinen, weißen oder gelblichen Blütenköpfe, die sich im Spätsommer entwickeln, sind ein weiteres eindeutiges Merkmal.
Ein möglicher Doppelgänger ist das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus), das ähnlich aussieht, aber meist größere und auffälligere Blüten hat. Beide Pflanzen sind jedoch ungiftig und können in der Naturheilkunde verwendet werden. Um Verwechslungen zu vermeiden, kannst du auf die Blattgröße und die Blütenform achten: Kanadisches Berufkraut hat kleinere und schmalere Blätter und Blütenköpfe.
Achte darauf, das Berufkraut an sauberen Standorten zu sammeln, fern von Straßenrändern oder Industriegebieten, um eine Belastung mit Schadstoffen zu vermeiden. Sammle die Pflanze vorzugsweise an einem trockenen Tag, wenn die Blätter nicht feucht sind, um die Haltbarkeit zu erhöhen.
Erntemethoden und Aufbewahrung
Um die bestmögliche Qualität des Kanadischen Berufkrauts zu erhalten, ist es wichtig, die Pflanze richtig zu ernten und aufzubewahren. Schneide die Stängel am besten frühmorgens, wenn der Tau getrocknet ist und die Pflanze noch voller Vitalität steckt. Achte darauf, nur die oberen, gesunden Teile der Pflanze zu verwenden, da diese die meisten Wirkstoffe enthalten.
Nach dem Sammeln solltest Du das Kraut an einem luftigen, schattigen Ort aufhängen und trocknen lassen. Achte darauf, dass die Pflanze nicht in direktem Sonnenlicht liegt, da dies die wertvollen Inhaltsstoffe zerstören kann. Sobald das Kraut vollständig getrocknet ist, kannst du es in luftdichten Behältern aufbewahren, um die Wirkstoffe zu konservieren. Es bleibt dann bis zu einem Jahr haltbar.
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Wie bei jeder Heilpflanze gibt es auch beim Kanadischen Berufkraut einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Obwohl es als relativ sicher gilt, kann es in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen kommen, insbesondere bei Menschen, die empfindlich auf Pflanzen aus der Familie der Korbblütler reagieren. Schwangere und stillende Frauen sollten das Kraut nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwenden, da es bisher keine ausreichenden Studien zur Sicherheit gibt.
Außerdem solltest Du das Kraut nicht in großen Mengen über längere Zeiträume einnehmen, da dies zu Magenreizungen führen kann. Eine moderate Anwendung ist in der Regel unproblematisch und kann viele gesundheitliche Vorteile bieten.
Verbreitung und Einfluss auf die Umwelt
In manchen Regionen wird Kanadisches Berufkraut als invasive Art angesehen, da es schnell große Flächen besiedeln kann und dabei einheimische Pflanzen verdrängt. Wenn Du das Kraut in Deinem Garten kultivierst, achte darauf, es unter Kontrolle zu halten, damit es sich nicht unkontrolliert ausbreitet. In der Natur solltest Du darauf achten, nur so viel zu ernten, wie Du wirklich benötigst, um die Bestände nicht unnötig zu gefährden.
Kanadisches Berufkraut ist ein wahres Multitalent, das Du unbedingt in Deine Hausapotheke aufnehmen solltest. Ob als Tee, Umschlag oder Salbe – die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, und die Heilwirkungen beeindruckend. Mit seiner langen Geschichte in der Volksmedizin und den zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften verdient es mehr Aufmerksamkeit. Sei jedoch vorsichtig bei der Anwendung, achte auf mögliche Nebenwirkungen und vermeide eine übermäßige Ernte, um die Umwelt zu schützen. Also, schnapp Dir Deinen Sammelkorb und entdecke die heilende Kraft des Kanadischen Berufkrauts in der Natur!
Inhaltsstoffe:
- ätherische Öle (z.B. Limonen, Pinen, Myrcen)
- Flavonoide (z.B. Quercetin, Kaempferol)
- Triterpene
- Gerbstoffe
- Bitterstoffe
- Saponine
- Cumarine
- Alkaloide
- Polyine
- Phenolcarbonsäuren (z.B. Kaffeesäure)
- Sterole
- Triterpenalkohole
Heilwirkungen:
- entzündungshemmend
- antimikrobiell
- adstringierend (zusammenziehend)
- wundheilungsfördernd
- verdauungsfördernd
- krampflösend
- durchfallhemmend
- antioxidativ
- leicht harntreibend
- antifungal (pilzhemmend)
Anwendungsgebiete:
- Magen-Darm-Beschwerden
- Durchfall
- Hautentzündungen
- Wundbehandlung
- Gelenkschmerzen
- Entzündungen
- Krampfadern
- Mund- und Rachenentzündungen
- Harnwegsinfektionen
- Fieber
- Insektenabwehr

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Der Name „Berufkraut“ leitet sich vom altdeutschen Wort „berufen“ ab, was so viel wie „verhexen“ oder „verwünschen“ bedeutet. Im Volksglauben wurde das Kraut früher verwendet, um sich vor Verhexungen und bösen Geistern zu schützen. Man glaubte, dass es eine schützende Wirkung hat und deshalb „Berufkraut“ genannt wurde, da es „Berufungen“ (im Sinne von Flüchen oder Zaubern) abwenden sollte. Der Zusatz „Kanadisch“ bezieht sich auf das Ursprungsland der Pflanze, Nordamerika, insbesondere Kanada.
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