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Wie ich einen Frischpflanzenbrei aus Beinwellblättern bei meinem schmerzenden Fußballen anwende
Am Samstag habe ich mit Wusel auf der Couch gechillt. Eigentlich ganz gemütlich – zumindest für einen von uns. Denn Wusel machte sich wie immer nach und nach breiter, während ich irgendwann ziemlich verkrampft in der verbliebenen Ecke saß.
Meine Position habe ich trotzdem nicht verändert. Ich wollte ihn schließlich nicht wecken. Vielleicht kennst Du das: Der Hund schläft so friedlich, dass man lieber selbst unbequem sitzt. 😅
Dann begann mein rechter Fuß im Bereich des Ballenknochens zu schmerzen. Irgendwann so stark, dass ich doch aufgestanden bin. Ich dachte, nach etwas Bewegung würde sich das wieder geben. Leider blieb der Schmerz. Seitdem fühlt es sich im rechten Fußballen wie ein Nervenschmerz an – was genau dahintersteckt, weiß ich bislang nicht.
Gestern ging es humpelnd mit Wusel in den Wald. Dort habe ich frische Beinwellblätter gesammelt. Wieder zu Hause habe ich sie zu einem Brei verarbeitet, auf den schmerzenden Fußballen gegeben und mit einem Verband fixiert.





Warum ich dafür Beinwell gewählt habe 🌿
Beinwell gehört zu den Pflanzen, die traditionell bei schmerzhaften Beschwerden des Bewegungsapparats äußerlich eingesetzt werden. Dabei geht es vor allem um die Linderung von Schmerzen und Schwellungen, beispielsweise nach Prellungen oder Verstauchungen.
Interessant ist dabei das Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe. Beinwell enthält unter anderem Rosmarinsäure, Allantoin und Schleimstoffe. Rosmarinsäure besitzt entzündungshemmende Eigenschaften: Sie kann Vorgänge beeinflussen, die an einer Entzündungsreaktion beteiligt sind. Das erklärt einen Teil der möglichen Wirkung von Beinwell bei entzündlich gereiztem Gewebe. Allantoin wird dagegen vor allem mit der Regeneration von Hautgewebe in Verbindung gebracht. Die Schleimstoffe binden Wasser und geben dem Pflanzenbrei seine feuchte, weiche Beschaffenheit. Allantoin ist also kein Wirkstoff, der einen gereizten Nerv unmittelbar „repariert“.
Beim Zerkleinern der frischen Blätter werden Pflanzenzellen aufgebrochen und ihre Inhaltsstoffe freigesetzt. So entsteht eine feuchte Auflage, die sich an die betroffene Stelle anschmiegt. Der Verband hält den Brei dort, wo ich ihn haben möchte. Wie viele Inhaltsstoffe dabei tatsächlich durch die Haut gelangen, lässt sich bei einem selbst gemachten Umschlag allerdings nicht zuverlässig bestimmen.
Meine Hoffnung ist, dass die Auflage die Beschwerden am Fußballen lindert. Ob mein Schmerz überhaupt von einem gereizten Nerv kommt, weiß ich bisher ebenfalls nicht. Sollte ich den Schmerz nicht zügig in den Griff bekommen, werde ich selbstverständlich meine Hausärztin konsultieren.
Auch bei einer traditionellen Anwendung gehören die Risiken dazu: Beinwellblätter enthalten Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen können. Ihr Gehalt ist bei selbst gesammelten Pflanzen nicht kontrolliert. Deshalb ist ein Frischpflanzenbrei nicht mit einem geprüften Präparat mit kontrolliertem Alkaloidgehalt gleichzusetzen. Beinwell nicht einnehmen und nicht auf offene oder verletzte Haut auftragen.
Wenn Du mehr über diese Pflanze erfahren möchtest, findest Du weitere Informationen in unserem Beinwell-Heilpflanzenportrait.
Ob mir die Auflage hilft, kann ich noch nicht sagen. Ich hoffe natürlich, dass der Schmerz bald nachlässt. Anhaltende oder zunehmende Beschwerden sollte man aber abklären lassen, statt sich allein auf einen Umschlag zu verlassen.
Und für den nächsten Couchabend nehme ich mir fest vor: Wenn Wusel sich wieder breiter macht, rücke ich ihn ein Stück zur Seite. Mal sehen, ob ich das dann auch übers Herz bringe. ❤️

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