Gesichtswasser selber machen: ein Toner für Deinen Hauttyp

Gesichtswasser selber machen: ein Toner für Deinen Hauttyp

Rührwoche, Tag 3: Eine duftfreie Gesichtswasser-Basis mit Varianten für trockene, empfindliche, fettige und reife Haut – mit genauen Mengen und Anleitung zur pH-Einstellung.

Nach Cleansingbalm und Waschgel wird es heute besonders leicht auf der Haut: Wir rühren ein Gesichtswasser. Es lässt sich nach der Reinigung mit einem Wattepad (oder einer Stoffalternative) auftragen und mit wasserlöslichen Pflegezutaten an unterschiedliche Hautbedürfnisse anpassen.

Unsere Grundlage kommt ohne Parfüm, ätherische Öle und zugesetzten Ethanol aus. Statt einer langen Zutatenliste verwenden wir eine übersichtliche Basis aus gereinigtem Wasser, Feuchthaltemitteln und einem Konservierungssystem. Anschließend zeigen wir Dir vier Möglichkeiten, diese Grundlage gezielt zu ergänzen.

Gesichtswasser oder Toner: Was rühren wir eigentlich?

Wir verwenden beide Begriffe hier für dasselbe Produkt: eine dünnflüssige, wasserbasierte Pflege, die nach der Reinigung aufgetragen wird und auf der Haut bleibt.

Unser Toner enthält keine reinigenden Tenside und keine als Peeling dosierten Säuren. Die kleine Menge Zitronensäure, die gegebenenfalls hinzukommt, dient ausschließlich dazu, den pH-Wert der Rezeptur einzustellen.

Du brauchst ein Gesichtswasser nicht zwingend für eine vollständige Pflegeroutine. Wenn Du leichte, wässrige Produkte magst, bietet es aber eine Möglichkeit, wasserlösliche Feuchthaltemittel und ausgewählte Wirkstoffe einzusetzen.

Was steckt in unserer Basis?

Gereinigtes Wasser als Grundlage

Wir verwenden frisch geöffnetes, gereinigtes Wasser in kosmetisch oder pharmazeutisch geeigneter Qualität, alternativ destilliertes Wasser. Bügelwasser mit möglichen Zusätzen ist ungeeignet.

Für die Basis verzichten wir bewusst auf Hydrolate. So bleiben Zusammensetzung und Eigengeruch übersichtlich. Außerdem bringt nicht jedes Hydrolat dieselben Voraussetzungen mit: Pflanzenbestandteile, vorhandene Konservierer und Rohstoffqualität können die fertige Rezeptur beeinflussen.

Glycerin und Pentylene Glycol als Feuchthaltemittel

Glycerin gehört zur befeuchtenden Grundlage. Wir setzen es mit 2 % ein.

Dazu kommen 3 % Pentylene Glycol ECO. Der Rohstoff ist wasserlöslich, bindet Wasser und kann die Konservierung unterstützen. Dragonspice nennt einen Einsatzbereich von 3–5 %. In dieser Rezeptur verwenden wir Pentylene Glycol ausdrücklich zusammen mit einem Breitbandkonservierer.

Die Basis enthält damit bereits Feuchthaltemittel, aber noch keine hauttypspezifischen Wirkstoffergänzungen.

Geogard 221 als Konservierer

Für diesen Toner wählen wir Geogard 221, einen Konservierer auf Basis von Benzylalkohol und Dehydroessigsäure. Er wird für wasserbasierte Kosmetik angeboten. Wir verwenden 1 % und stellen das Produkt auf pH 5,2–5,5 ein. Dieser Bereich liegt unter der genannten pH-Obergrenze von 6,5.

Geogard 221 ist nur begrenzt wasserlöslich. Deshalb ist eine sorgfältige Verarbeitung wichtig. Bleiben Tröpfchen, Ablagerungen oder eine getrennte Phase zurück, ist der Ansatz nicht ausreichend homogen.

Grundrezept für 100 g Gesichtswasser

Bei einem 100-g-Ansatz entsprechen die Grammangaben zugleich den Prozentanteilen.

RohstoffMengeAufgabe
Gereinigtes Wasserauf insgesamt 100 g ergänzen; rechnerisch 94,00 g vor der pH-KorrekturGrundlage
Glycerin, ca. 99 %2,00 gFeuchthaltemittel
Pentylene Glycol ECO3,00 gFeuchthaltemittel, Unterstützung der Konservierung
Geogard 2211,00 gKonservierung
Frisch hergestellte 10%ige Zitronensäurelösungnach Messung, von der Wassermenge abziehenpH-Wert einstellen

Ziel-pH: 5,2–5,5.

Die Zitronensäurelösung zählt zur Gesamtmenge von 100 g. Eine feste Gramm- oder Tropfenzahl können wir dafür nicht nennen: Der tatsächliche Bedarf hängt von den verwendeten Rohstoffen ab.

Geogard 221 lässt sich nicht ohne Neuberechnung durch Rokonsal oder einen anderen Konservierer ersetzen.

Das brauchst Du zum Rühren

Bereite eine Feinwaage mit 0,01-g-Auflösung, zwei saubere Bechergläser, einen Glasrührstab oder Spatel und ein kalibriertes pH-Messgerät vor. Zum Abfüllen eignet sich eine neue oder entsprechend gereinigte und desinfizierte Flasche mit Dosieröffnung oder Pumpe.

Für die pH-Korrektur löst Du 1 g Zitronensäure in 9 g gereinigtem Wasser. Verwende die Lösung frisch und entsorge den Rest nach dem Rühren.

Beachte die Sicherheitshinweise der Rohstoffe. Trage beim Umgang mit den Konzentraten eine Schutzbrille und geeignete Handschuhe.

Gesichtswasser herstellen: Schritt für Schritt

1. Sauber vorbereiten

Reinige die Arbeitsfläche und alle Geräte gründlich. Desinfiziere geeignete Materialien nach den Anwendungshinweisen des verwendeten Mittels und lasse sie trocknen.

2. Wasserphase ansetzen

Wiege zunächst 85 g gereinigtes Wasser in das Hauptbecherglas ein. Die übrige Wassermenge bleibt für das abschließende Ergänzen zurück.

Wenn Du eine der Varianten herstellst, löst Du jetzt die dort genannten pulverförmigen Wirkstoffe vollständig im Wasser. Flüssiges Panthenol kommt anschließend hinzu. Arbeite bei Raumtemperatur.

3. Konservierer vormischen

Verrühre im zweiten Becherglas Glycerin, Pentylene Glycol und Geogard 221 gleichmäßig miteinander. Gib diese Mischung unter sorgfältigem Rühren langsam zur Wasserphase.

Rühre, bis der Ansatz homogen ist. Falls sich der Konservierer nicht vollständig verteilt, solltest Du den Ansatz nicht einfach durch Schütteln vor jeder Anwendung „retten“. Die Löslichkeit muss für die fertige Rezeptur gegeben sein.

4. pH-Wert einstellen

Miss den pH-Wert. Liegt er oberhalb von 5,5, arbeite die 10%ige Zitronensäurelösung in sehr kleinen Portionen ein. Rühre nach jeder Zugabe gründlich und miss erneut.

Liegt der Wert bereits zwischen 5,2 und 5,5, brauchst Du keine Säure hinzuzufügen. Liegt er darunter, ist eine gesonderte Korrektur mit einem geeigneten kosmetischen pH-Regulator erforderlich; mehr Wasser allein ist dafür keine verlässliche Lösung.

5. Auf 100 g ergänzen und abfüllen

Ergänze mit gereinigtem Wasser auf genau 100 g. Verrühre alles und kontrolliere den pH-Wert erneut.

Fülle das Gesichtswasser ab und beschrifte die Flasche mit Rezeptvariante, Herstellungsdatum und pH-Wert. Prüfe nach etwa 24 Stunden an einer separat entnommenen Probe nochmals Aussehen, Homogenität und pH-Wert. Gib die Probe nicht zurück in die Flasche.

Vier Varianten für unterschiedliche Hautbedürfnisse

Die folgenden Rezepturen enthalten jeweils die komplette Basis einschließlich ihrer Ergänzungen. Die Wirkstoffe werden nicht zusätzlich in 100 g fertiges Gesichtswasser gegeben, sondern ersetzen einen Teil des Wassers.

RohstoffTrockene HautEmpfindliche HautFettige Haut / MischhautReife Haut
Gereinigtes oder destilliertes Wasser, vor Abzug der pH-Lösung90,00 g90,00 g92,00 g90,00 g
Glycerin, ca. 99 %2,00 g2,00 g2,00 g2,00 g
Pentylene Glycol ECO3,00 g3,00 g3,00 g3,00 g
Geogard 2211,00 g1,00 g1,00 g1,00 g
Natural Betaine, Pulver3,00 g2,00 g–2,00 g
D-Panthenol, 75%ige Lösung1,00 g2,00 g––
Niacinamid, Pulver––2,00 g2,00 g
Gesamt vor pH-Korrektur100,00 g100,00 g100,00 g100,00 g

Für alle Varianten gilt derselbe Zielbereich von pH 5,2–5,5. Die benötigte pH-Lösung wird jeweils von der angegebenen Wassermenge abgezogen.

Für trockene Haut: Betain und Panthenol

Diese Variante ergänzt die Basis um 3 % Natural Betaine und 1 % D-Panthenol 75 %.

Natural Betaine ist ein wasserlöslicher Pflegezusatz aus der Gruppe der Feuchthaltemittel. Gemeint ist Glycinbetain, nicht das reinigende Tensid Cocamidopropyl Betaine. Die Rohstoffe sind trotz ähnlicher Namen nicht austauschbar.

Panthenol ergänzt die Rezeptur als feuchtigkeitsbindender Pflegebestandteil. 1 g der 75%igen Lösung liefert rechnerisch 0,75 g reines Panthenol. Die Lösung ist wasserlöslich und lässt sich unter 40 °C einarbeiten.

Wir wählen diese Kombination für eine befeuchtende, weiterhin dünnflüssige Pflege. Bei trockener Haut kann anschließend eine passende Creme sinnvoll sein: Der Toner selbst enthält keine Fettphase.

Für empfindliche Haut: eine zurückhaltende Wirkstoffkombination

Hier verwenden wir 2 % Natural Betaine und 2 % D-Panthenol 75 %. Die Panthenollösung liefert damit rechnerisch 1,5 % reines Panthenol.

Wir verzichten auf Duftstoffe, ätherische Öle und zusätzliche Pflanzenextrakte. Dennoch kann auch diese Rezeptur individuell reizen. Insbesondere der enthaltene Benzylalkohol ist bei einer bekannten entsprechenden Kontaktallergie ungeeignet.

Wenn Deine Haut gerade stark gereizt ist, ist das kein guter Zeitpunkt, mehrere neue selbst gerührte Produkte gleichzeitig einzuführen.

Für fettige Haut und Mischhaut: mit 2 % Niacinamid

Diese Variante enthält 2 % Niacinamid. Das Pulver ist wasserlöslich; die Menge liegt innerhalb des von Dragonspice genannten Einsatzbereichs von 1–3 %. Der Anbieter beschreibt Niacinamid unter anderem als Bestandteil von Pflegekonzepten zur Unterstützung der Hautbarriere.

Wir wählen eine moderate Konzentration für den Einstieg. Aus der Zusammensetzung allein lässt sich jedoch keine geprüfte Wirkung gegen Akne, vergrößerte Poren oder erhöhte Talgproduktion ableiten.

Auch fettige Haut kann empfindlich sein. Wenn Du Niacinamid bereits in Serum und Creme verwendest, solltest Du berücksichtigen, dass Du mit diesem Toner ein weiteres niacinamidhaltiges Produkt aufträgst.

Für reife Haut: Niacinamid und Betain kombinieren

Für diese Version ergänzen wir 2 % Niacinamid und 2 % Natural Betaine. So verbinden wir den befeuchtenden Ansatz mit einer moderat dosierten Niacinamidkomponente.

Wir orientieren uns dabei am Hautzustand: Reife Haut kann trocken, fettig oder empfindlich sein. Die Variante ist eine Auswahlmöglichkeit und keine automatisch notwendige Rezeptur ab einem bestimmten Alter.

Ein Anti-Falten-Versprechen geben wir für den selbst entwickelten Toner nicht.

Was wir über die Wirkung sagen können

Die Auswahl der Zutaten stützt sich auf ihre beschriebenen kosmetischen Eigenschaften und die Verarbeitungshinweise der Anbieter. Daraus entsteht eine nachvollziehbare Rezepturplanung. Eine nachgewiesene Rohstoffeigenschaft ist aber noch kein Wirksamkeitsnachweis für unser fertiges Gesichtswasser. Zusammensetzung, Konzentration, Anwendung und individuelle Verträglichkeit beeinflussen das Ergebnis.

Deshalb bleiben wir bei den Varianten mit Wirkversprechen zurückhaltend und wählen überschaubare Kombinationen.

So verwendest Du Dein Gesichtswasser

Gib nach der Reinigung eine kleine Menge auf ein Wattepad oder eine frische Stoffalternative und verteile sie sanft auf dem Gesicht. Spare Augen und Schleimhäute aus. Der Toner bleibt auf der Haut und wird nicht abgespült.

Beginne mit einer Anwendung am Tag und beobachte, wie sich Deine Haut damit anfühlt. Anschließend kannst Du bei Bedarf Serum und Gesichtscreme auftragen.

Wir empfehlen für diese Rezeptur eine Dosierflasche statt eines feinen Sprühnebels. So lässt sie sich gezielt auftragen, ohne Augen oder Atemwege unnötig mit dem Produkt in Kontakt zu bringen.

Bei Brennen, Juckreiz oder Rötungen wäschst Du das Produkt ab und setzt es ab. Ein Kribbeln ist kein notwendiges Zeichen einer funktionierenden Pflege.

Welche Zutaten Du nicht einfach ergänzen solltest

Freies Pflanzenöl und ätherische Öle verteilen sich in dieser wässrigen Grundlage nicht zuverlässig. Auch durch kräftiges Schütteln entsteht keine dauerhaft homogene Rezeptur.

Selbst aufgebrühter Tee, frische Pflanzensäfte und selbst hergestellte Auszüge verändern außerdem die mikrobiologischen Voraussetzungen. Sie gehören deshalb nicht als spontaner Zusatz in diese Rezeptur.

Auch bei fertigen Rohstoffen zählt die Lieferform: Eine konzentrierte Lösung ist nicht mit derselben Menge eines reinen Pulvers gleichzusetzen. Halte Dich an die angegebenen Qualitäten und prüfe vor dem Rühren die aktuelle Rohstoffspezifikation.

Konservierung und Haltbarkeit

Ein Gesichtswasser besteht überwiegend aus Wasser und bleibt auf der Haut. Sauberes Arbeiten, ein passendes Konservierungssystem und eine kontrollierte pH-Einstellung gehören deshalb zusammen. Eine Haltbarkeit von 2 bis 3 Monaten sind hier bei sauberem Arbeiten und hygienischer Verwendung realistisch.

Stelle zunächst kleine Ansätze her, schütze sie vor Wärme und direktem Licht und vermeide Kontakt zwischen Flaschenöffnung und Haut. Fülle keine neue Mischung auf alte Reste. Bei Trübung, Ausflockungen, verändertem Geruch oder anderen Auffälligkeiten wird der Ansatz entsorgt.

Unsere Rohstoffe für die Rührwoche

Wir bestellen unsere Naturkosmetik-Zutaten seit vielen Jahren bei unserem Partner Dragonspice und empfehlen ihn gern weiter. Für das Gesichtswasser benötigst Du Glycerin, Pentylene Glycol ECO, Geogard 221 und je nach Variante Natural Betaine, D-Panthenol 75 % oder Niacinamid.

Gesichtswasser selber machen: ein Toner für Deinen Hauttyp

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Morgen geht unsere Rührwoche mit einem Serum weiter: einer eigenen Grundlage und ausgewählten Wirkstoffkombinationen für unterschiedliche Hautbedürfnisse.

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